Zeitschrift
Zeitschriften im Handel, 2004
Zeitschriften im Handel, 1988

Zeitschriften sind Printmedien oder Elektronische Publikationen (Elektronische Zeitschrift), die in (regelmäßigen oder unregelmäßigen) Abständen in gleicher, gehefteter oder gebundener Form erscheinen. Oft wird auch der Begriff „Magazin“ verwendet. Im Gegensatz zu Zeitungen sind sie weniger auf Nachrichten, sondern mehr auf Hintergrundberichterstattung zu aktuellen Themen ausgelegt. Meist konzentriert sich eine Zeitschrift auf einen bestimmten Themenbereich, dagegen ist die geographische Lage und Verbreitung irrelevant, anders als bei den meisten Tageszeitungen. Auflagenstärkste Zeitschrift in Deutschland ist die ADACmotorwelt, die Mitgliederzeitschrift des ADAC. Eine Zeitschrift ist im Gegensatz zu einer Zeitung nicht genau definierbar. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger ist die Dachorganisation der Verleger in Deutschland, die 1949 in München gegründet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Definition

Als Zeitschriften werden alle Presseerzeugnisse bezeichnet, die nicht unter den Begriff Zeitung fallen. Im Gegensatz zu der Tageszeitung, die sich durch die Merkmale Periodizität, Publizität, Disponibilität, Aktualität und Universalität auszeichnet, gelten fĂĽr die Zeitschrift zwar die ersten drei Merkmale, von den beiden letzteren nur höchstens ein Merkmal, da hiermit eine präzise Definition nicht möglich ist, greift man meistens darauf zurĂĽck, die Zeitschrift als periodische Presse zu bezeichnen. Nach Karl Salzmann (1954) gelten als Zeitschriften alle periodisch erscheinenden Druckschriften eines meist fachlich oder in der Darbietungsform begrenzten Inhalts, der nicht durch Nachrichten ĂĽber das Tagesgeschehen bestimmt wird, sondern – bei aller Verfasservielfalt â€“ das Wirken einer selbstgestellten Aufgabe erkennen lässt.

Bearbeiten Gattungen

Von der Wissenschaft wurde mehrfach versucht, eine Zeitschriftensystematik aufzustellen, die einen Überblick über das breite Spektrum der Zeitschriftengattungen leisten soll. Von den unterschiedlichen Ansätzen konnte sich bisher keiner durchsetzen. Die drei Haupttypen sind:

BezĂĽglich der weiteren Einteilung differieren die Meinungen.

Oft genannte weitere Gattungen sind

Zur größten Gattung der Publikumszeitschriften gehören wiederum zum Beispiel:

Periodika unterscheidet man wie folgt:

Zu den meisten dieser Zeitschriftengattungen existieren eigene ausfĂĽhrliche Wikipedia-Artikel oder werden in dem Artikel Publikumszeitschriften ausfĂĽhrlicher dargestellt.

Bearbeiten Geschichte und Herkunft

Der Begriff der „Zeitschrift“ etablierte sich um 1750, zuvor wurde der französische beziehungsweise englische Begriff „Journal“ verwendet. Genauso variationsreich wie das heutige Zeitschriftenspektrum waren auch die Anfänge der Zeitschrift. Sie entwickelte sich aus den unterschiedlichsten Vorläufern: den Flugschriften und Flugblättern, den Streitschriften, den Relationen und Messrelationen, Avisen und Chroniken. Die ersten bekannten Zeitschriften sind das erstmals im Januar 1665 in Paris erschienene Journal des Sçavans und die Londoner Zeitschrift Philosophical Transactions of the Royal Society aus demselben Jahr. Kurioserweise wurden beide schon in den jeweiligen Landessprachen geschrieben, während bis dahin das Lateinische wissenschaftlicher Standard war. Folglich wurde die erste deutsche Zeitschrift Miscellanea curiosa medicophysica ab 1670 in Leipzig in Latein verlegt.

Unter den ersten deutschsprachigen Zeitschriften waren die 1689 begonnenen „monatlichen Unterredungen einiger guter Freunde von allerhand Büchern und anderen annehmlichen Geschichten“ sowie die "Monatsgespräche" des Christian Thomasius (ab 1688). 1709 erschien dann mit der Neuen Bibliothek eine weitere Zeitschrift in deutscher Sprache. Weitere frühe Zeitschriften des deutschen Sprachraumes waren das Politische Journal nebst Anzeige von gelehrten und anderen Sachen (ab 1781) und die Minerva (ab 1792).

Im 18. Jahrhundert entwickelten sich daraufhin die Gattungen Fachzeitschrift, Frauenzeitschrift und im 19. Jahrhundert die Illustrierten. Wissenschaftliche Zeitschriften spielen eine fundamentale Rolle fĂĽr den Fachdiskurs innerhalb der Wissenschaften.

Einer der wichtigsten Zeitschriftentheoretiker war Walter Hagemann.

Bearbeiten Statistik

Bearbeiten Publikumszeitschriften und Fachzeitschriften

2005 betrug die Gesamtauflage der Publikumszeitschriften, die von der IVW in Deutschland erfasst werden, pro Ausgabe rund 123,1 Millionen Exemplare. Die Titelanzahl der Fachzeitschriften in Deutschland betrug 2005 3.637 mit einer Gesamtauflage von 15,1 Millionen Exemplaren.

Während nur etwa 45 % der Publikumszeitschriften im Abonnement vertrieben werden, sind es bei den Fachzeitschriften etwa 90 %.

Statistisch gesehen hat jeder Deutsche ab dem sechsten Lebensjahr im Jahr 2005 34 Zeitschriften erworben. (Quelle: IVW, 873 gemessene Publikumszeitschriften, ohne unter anderem die Sonderhefte).

Bearbeiten Verkaufszahlen (Beispiele fĂĽr 2005)

  • Frauenzeitschriften: rund 770 Millionen Exemplare (wöchentliche 644 Mio., 14-tägliche 66 Millionen, monatliche 60 Millionen).
  • Programmzeitschriften: 677 Millionen Exemplare
  • aktuelle Zeitschriften und Magazine: 271 Millionen Exemplare

(aus: VDZ-Presseservice, 30. März 2006). Aktuelle Zahlen veröffentlicht regelmäßig der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger.[1]

Bearbeiten Internetaktivitäten

Nach einer Emnid-Studie vom Verband der Deutschen Fachpresse im Börsenverein des Deutschen Buchhandels wird das Internet gleich stark genutzt wie die Printversionen, allerdings bei einem Umsatzanteil von nur 2 Prozent. Eine Studie des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger nennt 4,6 Prozent und erwartet bis 2009 mehr als eine Verdoppelung.

Bearbeiten Literatur

  • Hans-Bredow-Institut (Hrsg.): Medien von A bis Z. Verlag fĂĽr Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14417-0.
  • Walther von La Roche: EinfĂĽhrung in den praktischen Journalismus. 18. Auflage. Berlin 2008 (http://www.journalistische-praxis.de/pj). Website zum Buch mit weiterfĂĽhrenden Informationen zum Journalismus
  • Edigna Menhard, Tilo Treede: Die Zeitschrift. Von der Idee zur Vermarktung. UVK-Verlagsgesellschaft, Konstanz 2004, ISBN 3-89669-413-8.
  • Reinhard Mundhenke, Marita Teuber: Der Verlagskaufmann. 8. Auflage. Societätsverlag, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-7973-0676-8.
  • Elisabeth Noelle-Neumann, Winfried Schulz, JĂĽrgen Wilke (Hrsg.): Das Fischer Lexikon Publizistik, Massenkommunikation. 7. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-596-12260-0.
  • Siegfried Weischenberg, Hans J. Kleinsteuber, Bernhard Pörksen (Hrsg.): Handbuch Journalismus und Medien. UVK-Verlagsgesellschaft, Konstanz 2005, ISBN 3-89669-429-4.

Bearbeiten Siehe auch

Bearbeiten Einzelnachweise

  1. ↑ www.pz-online.de

Bearbeiten Weblinks

Wikisource Wikisource: Zeitschriften â€“ Quellen und Volltexte
Wiktionary Wiktionary: Zeitschrift â€“ Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăśbersetzungen und Grammatik
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