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Dieser Artikel behandelt die Vereinigten Staaten von Amerika (USA); zu anderen Bedeutungen siehe Vereinigte Staaten (BegriffsklÀrung) und Usa.
United States of America

Vereinigte Staaten von Amerika

Flagge der Vereinigten Staaten
Siegel der Vereinigten Staaten
Flagge Wappen
Wahlspruch:
e pluribus unum (aus vielen Eins)
In God We Trust (Auf Gott vertrauen wir, ab 1956)
Amtssprache keine Sprache als Amtssprache benannt, de facto Englisch
Hauptstadt Washington D. C.
Staatsform PrÀsidiale Bundesrepublik
Staatsoberhaupt und Regierungschef PrÀsident George W. Bush
FlĂ€che 9.826.630 kmÂČ
Einwohnerzahl 305.548.183 (1. November 2008)[1]
Bevölkerungsdichte 31 Einwohner pro kmÂČ
BIP $14.084,1 Mrd. (1.) (4. Quartal 2007)[2]
BIP/Einwohner $46.460 (8.) (4. Quartal 2007)
HDI (12.) 0,951
WĂ€hrung 1 US-Dollar (USD, $) = 100 Cent (Âą)
GrĂŒndung 1787/89 (Verfassung)
UnabhĂ€ngigkeit 4. Juli 1776 (von Großbritannien)
Nationalhymne The Star-Spangled Banner
Nationalfeiertag 4. Juli (Independence Day)
Zeitzone UTC-5 bis UTC-10
Kfz-Kennzeichen USA
Internet-TLD .us, .gov, .mil, .edu
Telefonvorwahl +1 siehe NANP

Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl. United States of America, kurz USA), in amtlicher Kurzform Vereinigte Staaten (engl. United States, kurz U.S.), nichtamtlich auch Amerika (engl. America), sind eine Bundesrepublik in Nordamerika, die 50 Bundesstaaten umfasst. Mit dem Bundesstaat Hawaii und kleineren Außengebieten haben sie auch Anteil an Ozeanien.

Das Land umfasst etwa 40 Prozent des Gebietes Nordamerikas und ist flĂ€chenmĂ€ĂŸig nach Russland und Kanada der drittgrĂ¶ĂŸte Staat der Erde.

Die Vereinigten Staaten gingen aus den dreizehn britischen Kolonien hervor, die sich 1776 vom Mutterland Großbritannien unabhĂ€ngig erklĂ€rten. Durch stete Einwanderung aus Europa, territoriale Expansion nach Westen und Industrialisierung gewannen die USA gegen Ende des 19. und vor allem im 20. Jahrhundert an weltpolitischem Einfluss.

Am Ende des 20. Jahrhunderts waren die Vereinigten Staaten nach dem Zerfall der UdSSR die einzige verbliebene Supermacht.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Hauptartikel: Geographie der Vereinigten Staaten

Bundesstaaten

Die Vereinigten Staaten bestehen aus 50 Bundesstaaten, wobei Alaska und Hawaii und die politisch angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) außerhalb des Kernlandes (continental U. S.) liegen.

Alabama.html Alaska.html Arizona.html Arkansas.html Kalifornien.html Colorado.html Connecticut.html Delaware.html Florida.html Georgia.html Hawaii.html Idaho.html Illinois.html Indiana.html Iowa.html Kansas.html Kentucky.html Louisiana.html Maine.html Maryland.html Massachusetts.html Michigan.html Minnesota.html Mississippi.html Missouri.html Montana.html Nebraska.html Nevada.html New Hampshire.html New Jersey.html New Mexico.html New York.html North Carolina.html North Dakota.html Ohio.html Oklahoma.html Oregon.html Pennsylvania.html Rhode Island.html South Carolina.html South Dakota.html Tennessee.html Texas.html Utah.html Vermont.html Virginia.html Washington.html West Virginia.html Wisconsin.html Wyoming.html Delaware.html Maryland.html New Hampshire.html New Jersey.html Massachusetts.html Connecticut.html West Virginia.html Vermont.html Rhode Island.html
Über dieses Bild

Das Kernland umfasst 48 der 50 Bundesstaaten sowie den District of Columbia (Bundesdistrikt), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen (sog. „lower 48“). Es liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen LĂ€ngengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Im Norden grenzt das Kernland auf einer LĂ€nge von rund 6.000 km an Kanada, im SĂŒden an Mexiko und den Golf von Mexiko.

Im Jahr 1959 wurden auch die pazifische Inselgruppe Hawaii sowie das nordwestlich gelegene Alaska, das ĂŒber die 100 km breite Beringstraße an Russland grenzt, als Bundesstaaten Teil der Vereinigten Staaten. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-SĂŒd-Ausdehnung betrĂ€gt etwa 2500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4500 km.

FlÀche

Die Vereinigten Staaten sind der territorial drittgrĂ¶ĂŸte Staat der Erde. GrĂ¶ĂŸer sind lediglich das ca. doppelt so große Russland und Kanada.

  • FlĂ€che der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.826.630 kmÂČ
  • LandflĂ€che: 9.161.924 kmÂČ
  • WasserflĂ€che: 664.706 kmÂČ[3]

Siehe auch: Liste der Bundesstaaten nach FlÀche

Grenzen

Naturraum

Das Landschaftsbild ist sehr vielfĂ€ltig: es existieren Waldgebiete und Mittelgebirge an der OstkĂŒste, MangrovenwĂ€lder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi River und Missouri River, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große GebirgszĂŒge wie die Rocky Mountains, trockene WĂŒsten im SĂŒdwesten, gemĂ€ĂŸigte RegenwĂ€lder im Nordwesten und KĂŒstengebirge an der WestkĂŒste der Vereinigten Staaten. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4205 Meter hohen Vulkan Mauna Kea. Mit 6195 Meter ist der in Alaska liegende Mount McKinley der höchste Punkt der USA und das Death Valley mit 86 Meter unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt.

Bevölkerung

Bevölkerungsgruppen

Abstammung der BĂŒrger in den USA

Die Vereinigten Staaten gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern als Ureinwohnern besiedelten Kontinent waren EuropĂ€er; anfĂ€nglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstĂ€rkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten EuropĂ€er deutschsprachiger und irischer Herkunft. SpĂ€ter (bis etwa zur Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts) kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa hinzu, einschließlich einer großen Anzahl osteuropĂ€ischer Juden. WĂ€hrend der VolkszĂ€hlung im Jahre 2000 bildeten die grĂ¶ĂŸte Herkunftsgruppe – mit circa 42,8 Millionen Personen – diejenigen Amerikaner, die eine deutsche Herkunft angaben.[4] Die europĂ€ischstĂ€mmigen Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA.

Afroamerikaner, mehrheitlich Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im SĂŒden und in den großen IndustriestĂ€dten des Nordens, wie z. B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (ca. 4 %). Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenĂŒber Asiaten besonders restriktiv.

Heute zeigen sich weiterhin große Unterschiede in der Sozialstruktur zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kĂŒrzere Lebenserwartung, eine schlechtere Ausbildung, eine höhere KriminalitĂ€ts-, Tötungsdelikt- und Mordopfer- sowie daraus resultierend auch Hinrichtungsrate. Die Ursachen dafĂŒr und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den SĂŒdstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen â€“ wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen â€“ oft faktisch noch nach Ethnien getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden, aber auch an traditionellen und festgefĂŒgten Vorurteilsmustern in den jeweiligen Ethnien bzw. Bevölkerungsgruppen.

Vor allem im SĂŒdwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft (Latinos). Sie werden in den Statistiken separat gefĂŒhrt, unabhĂ€ngig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer HeimatlĂ€nder in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest.

Die Indianer („Native Americans“) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.

Bevölkerungsdichte

Sprachen

Hauptartikel: Sprachen in den Vereinigten Staaten

Die meistgesprochene Sprache der USA ist historisch bedingt amerikanisches Englisch. Daneben werden noch viele Sprachen der amerikanischen Ureinwohner und die Sprachen anderer Immigranten gesprochen. Besonders hoch ist der Spanisch sprechende Anteil, da viele lateinamerikanische Einwanderer meist nur ihre spanische Muttersprache sprechen und zunehmend eigene Viertel in StĂ€dten haben (z. B. East Los Angeles). In Kalifornien betrĂ€gt der Anteil der Latinos mittlerweile 30 %, wobei viele davon zweisprachig sind, und manche (in der zweiten oder spĂ€teren Generation) auch nur Englisch können. Etwa 30 bis 40 Mio. Latinos (englisch: Hispanics) leben in den USA; von denen, die die amerikanische StaatsbĂŒrgerschaft noch nicht besitzen, haben auch nicht alle gĂŒltige Aufenthaltstitel. WĂ€hrend es im 19. Jahrhundert viele Zeitungen in den USA in deutscher Sprache gegeben hat, ist Spanisch die Sprache, in der nach Englisch Zeitungen heute am hĂ€ufigsten erscheinen.

Neben dem Spanischen werden auch viele andere Sprachen gesprochen, wie z. B. Deutsch (→ Deutschamerikaner), Französisch, Chinesisch, Koreanisch, Vietnamesisch und auch Polnisch, da aufgrund der Einwanderung sehr viele Migranten aus diesen Regionen in die USA kamen. Nur in FĂ€llen, wo die Vermischung mit der ĂŒbrigen Bevölkerung geringer ist als sonst, wird die Fremdsprache auch in spĂ€teren Generationen beibehalten (z. B. von den Amischen in Pennsylvania, Ohio, Indiana und Illinois).

Obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika sich als multikultureller Einwanderungsstaat verstehen, hat sich eine gemeinsame Sprache als Ă€ußerst nĂŒtzlich erwiesen. Dennoch haben die USA als Bundesrepublik bisher keine einheitliche Amtssprache festgelegt. Alle amtlichen SchriftstĂŒcke werden jedoch auf Englisch verfasst. In einigen Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache; einzelne Staaten und Territorien definieren sich aber auch als zwei- oder dreisprachig. Zunehmend werden Dokumente und Beschilderungen ins Spanische ĂŒbersetzt, jedoch bleibt dieses PhĂ€nomen meist regional beschrĂ€nkt und erregt die GemĂŒter von einigen Gegnern dieser Entwicklung.

Am 18. Mai 2006 beschloss der Senat eine Resolution, nach der Englisch zur „Nationalsprache“ erklĂ€rt wird. Hintergrund ist die in den Vereinigten Staaten heftig gefĂŒhrte Debatte zum Thema Immigration. Knapp 18 Prozent der Einwohner der USA sprachen im Jahr 2006 zu Hause nicht Englisch. Zehn Prozent gaben bei der Volksbefragung 2000 Spanisch als Muttersprache an.

Religion

Die amerikanische Regierung fĂŒhrt kein offizielles Register ĂŒber den Religionsstatus der Einwohner. Das United States Census Bureau darf selbst keine Fragen zur Religionszugehörigkeit stellen, veröffentlicht aber die Ergebnisse anderer Umfragen.[5] In einer Umfrage der City University of New York 2001 bezeichneten sich rund 52 % der Bevölkerung als protestantisch, 24,5 % als römisch-katholisch, 14,2 % gaben keine religiöse Überzeugung an (rund 5,4 % waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2 % waren Mormonen, 1,4 % waren Juden und 0,5 % waren muslimisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als Buddhisten (0,5 %), Hindus (0,4 %), Adventisten, Zeugen Jehovas oder hingen dem Unitarismus (0,3 %) an.[6] Die grĂ¶ĂŸte einzelne Konfession war die Römisch-Katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen. Von Bedeutung mit 4,8 Millionen Mitgliedern ist auch die Evangelical Lutheran Church in America.

Nach einer Studie des PewResearch Center hĂ€ngt die ReligiositĂ€t einer Bevölkerung stark von ihrem Einkommen ab. Die USA sind hier die einzige Ausnahme, so bezeichnen sich 82% der Amerikaner als „religiös“, 55 % gar als „sehr religiös“. Diese Werte sind etwa mit Mexiko vergleichbar. Zum Vergleich: die mit Abstand meisten „sehr religiösen“ in Europa gibt es in Polen mit 29 %. Hierbei sind Frauen wesentlich religiöser als MĂ€nner. Gebetet wird in den USA mehr als in fast jedem anderen nicht-Muslimischen Land. 54 % beten mindestens einmal am Tag; ein Wert, der selbst einige muslimisch geprĂ€gte LĂ€nder ĂŒbersteigt. Zum Vergleich: Polen 32 %, Brasilien 69 %, TĂŒrkei 42 %.[7]

Soziale Klassen

Soziale Klassen in den Vereinigten Staaten haben keine fest definierten Grenzen. Innerhalb der amerikanischen Gesellschaft spielen sie jedoch eine wichtige Rolle, da Beruf, Bildung und Einkommen fĂŒr den sozialen Status bedeutend sind.[8] Laut fĂŒhrenden Soziologen wie Dennis Gilbert vom Hamilton College besteht die amerikanische Gesellschaft aus sechs sozialen Klassen: einer Oberklasse (ca. 1 %), die aus den prominentesten, wohlhabendsten und mĂ€chtigsten BĂŒrgern besteht; einer oberen Mittelklasse (ca. 15 %), die aus hochqualifizierten BerufstĂ€tigen wie Ärzten, Professoren, AnwĂ€lten besteht; einer unteren Mittelklasse (ca. 32 %), die aus gut ausgebildeten BerufstĂ€tigen wie Schullehrern und Handwerkern besteht; einer Arbeiterklasse (ca. 32 %), die aus Industriearbeitern und Lohnarbeitern (Blue-Collars), sowie aus einfachen Angestellten besteht, deren Arbeit sehr routinisiert ist; und schließlich einer Unterklasse (ca. 20 %), die in zwei Bestandteile zerbrochen ist. Ihre obere Gruppe besteht aus den Working Poor, den arbeitenden Armen, die in schlecht bezahlten Jobs ohne Versicherung oder nur Teilzeit arbeiten. Ihre untere Gruppe arbeitet nicht und ist auf die – in den USA sehr geringfĂŒgige – öffentliche Wohlfahrt angewiesen (unemployed poor), auffĂ€llig ist dabei, dass diese Unterschichten meist in bestimmten Stadtvierteln der GroßstĂ€dte leben, wĂ€hrend die Mittelklasse in die suburbs, die Vororte ausgewichen ist, und dass ihr Anteil unter den Schwarzen und Hispanics ĂŒberproportional hoch ist (etwa 30 %).[9]

Einkommens- und Vermögensstruktur

Die großen Unterschiede im Einkommen haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts weiter verschĂ€rft. Zwischen 1977 und 1999 stiegen die Einkommen im reichsten Hundertstel der BĂŒrger nach Steuerabzug um 115 Prozent. Die Reallöhne fĂŒr 60 % der Arbeitnehmer sind in dieser Zeit um 20 % gefallen. Diese Polarisierung hĂ€lt auch im 21. Jahrhundert unvermindert an. Die Zahl der Amerikaner, die in Armut leben, ist 2002 um 1,7 Millionen Menschen auf insgesamt 34,6 Millionen gestiegen. Die Zahl der Amerikaner, die in extremer Armut leben (weniger als die HĂ€lfte der offiziellen Armutsgrenze), stieg von 13,4 Millionen 2001 auf 14,1 Millionen im Jahr 2002 an. 2004 gab es laut Forbes in den USA 313 MilliardĂ€re.[10] Die Armuts- und auch die Kinderarmutsrate variieren stark zwischen ethnischen Gruppen.

Das reichste 1 % der Bevölkerung erzielte im Jahr 2005 mit 524 Milliarden Dollar ein Einkommen, das um 37 % höher ist als das der Ă€rmsten 20 % der Bevölkerung (383 Milliarden Dollar).[11]

Strafgefangene

Siehe auch: GefÀngnissystem der Vereinigten Staaten

Eine der dramatischsten gesellschaftlichen Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten war der rasante Anstieg der Strafgefangenen. Die Inhaftierungsquote in den USA war am Anfang des 21. Jahrhunderts etwa zehnmal so hoch wie in Deutschland. WĂ€hrend der 60er Jahre war sie um etwa ein Prozent jĂ€hrlich gesunken und erreichte 1975 mit 380.000 Strafgefangenen ihren Tiefststand. Seitdem stiegen die HĂ€ftlingszahlen aber deutlich an, so dass es zehn Jahre spĂ€ter bereits 740.000 Strafgefangene waren. Im Jahr 1995 waren es schon 1,5 Millionen und Ende 1998 schließlich zwei Millionen, wĂ€hrend die KriminalitĂ€tsrate zunĂ€chst landesweit konstant blieb und spĂ€ter sogar abnahm. Trotz des weiteren Absinkens der KriminalitĂ€tsrate befanden sich im Jahr 2006 751 von 100.000 Einwohnern der USA in Gefangenschaft. Zu Beginn des Jahres 2008 befanden sich bereits 2,32 Millionen Menschen (ca. 762 von 100.000 Einwohnern) in Haft. Damit halten die Vereinigten Staaten von Amerika mit Abstand den Weltrekord im VerhĂ€ltnis von GefĂ€ngnisinsassen zur Einwohnerzahl. Einschließlich der Verurteilten mit bedingter Strafaussetzung und BewĂ€hrungsstrafen standen im Jahr 2006 mehr als 6,9 Millionen unter Aufsicht der Strafjustiz, was etwa 3,2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung entspricht. Zwei Drittel der Strafgefangenen stammten aus Haushalten, die weniger als die HĂ€lfte der als Armutsschwelle definierten Einkommen zur VerfĂŒgung haben und die von den VerschĂ€rfungen im Bereich der Lohnarbeit und des sozialen Netzes besonders betroffen sind.[12][13][14]

Frauen

Nach ĂŒber siebzigjĂ€hrigem Kampf, der 1848 mit der Seneca Falls Convention begonnen hatte, erhielten Frauen 1920 das Wahlrecht.[15] Der wirtschaftliche und soziale Wandel dauerte sehr viel lĂ€nger, und der Fortschritt verlief auch nicht zu jeder Zeit mit der gleichen Geschwindigkeit.

In den Vereinigten Staaten begann in den fĂŒnfziger Jahren die Zeit der sozialen VerĂ€nderungen; Frauen engagierten sich u. a. in der Neuen Linken, in der BĂŒrgerrechtsbewegung und in der Frauenbewegung. Beeinflusst vom Erfolg der BĂŒrgerrechtsbewegung fĂŒr mehr Gleichheit unter den Ethnien und anderen progressiven Strömungen, drĂ€ngten eine Vielzahl von Organisationen und Lobbyisten darauf, auch die volle Gleichberechtigung von amerikanischen Frauen anzustreben. Dieses Anliegen forderte nicht nur eine fundamentale Revision von amerikanischen Institutionen, Sitten und Werten, sondern auch eine Revolution im Bewusstsein – in den Köpfen sowohl von Frauen als auch von MĂ€nnern – und vor allem im SelbstverstĂ€ndnis der Frauen.

Illegale Einwanderer

In den Vereinigten Staaten leben fast 12 Millionen illegale Einwanderer (ohne gĂŒltige Papiere, Stand 2006).[16] Sie werden als billige ArbeitskrĂ€fte, meist auf den Obstplantagen Kaliforniens, beschĂ€ftigt. Jedes Jahr ĂŒberqueren zehntausende ĂŒberwiegend aus Lateinamerika stammende Menschen illegal die SĂŒdgrenze der USA. Viele bezahlen ihren Versuch, in die USA zu gelangen, mit dem Leben, in den meisten FĂ€llen, weil sie sich im unwegsamen WĂŒstengelĂ€nde verirren. Die staatliche Kommission fĂŒr Menschenrechte in Mexiko gab an, dass allein im Jahr 2007 500 Illegale beim Versuch, die Grenze zu ĂŒberqueren, gestorben seien. In den zurĂŒckliegenden 13 Jahren bis einschließlich 2007 seien 4700 mexikanische Einwanderer ums Leben gekommen.[17] Um die illegale Einwanderung zu bekĂ€mpfen, unterzeichnete US-PrĂ€sident George W. Bush im Oktober 2006 ein Gesetz, das die Errichtung einer 1100 Kilometer langen Grenzbefestigung aus ZĂ€unen, Fahrzeugsperren, Infrarotkameras und Radarstationen an der Grenze zu Mexiko vorsieht. Bis dahin waren lediglich 112 Kilometer der insgesamt 3200 Kilometer langen Grenze durch einen Zaun gesichert.[18]

Geschichte

Hauptartikel Geschichte der Vereinigten Staaten

Von der Kolonisierung bis zur UnabhÀngigkeit

Das Gebiet der heutigen USA wurde vor Jahrtausenden durch die VorgĂ€nger der spĂ€teren IndianerstĂ€mme besiedelt. Die Geschichtsschreibung begann jedoch erst mit der Ankunft der europĂ€ischen Siedler im 16. Jahrhundert. Die erste europĂ€ische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet wurde im Jahr 1565 von den Spaniern in St. Augustine, Florida, gegrĂŒndet. Die politische Geschichte der USA setzte allerdings erst mit den dreizehn britischen Kolonien und deren Besiedlung nach der GrĂŒndung von Jamestown, Virginia im Jahr 1607 ein. Auch die Ankunft der Mayflower in Plymouth Colony (spĂ€ter mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefĂŒgt) im Jahr 1620 gilt als wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien an der Delaware-Bucht und niederlĂ€ndische Siedlungen um New York (damals Nieuw Amsterdam) waren hingegen nicht von Dauer bzw. wurden von den englischen Siedlern assimiliert.

Eine politische Bedeutung in Nordamerika konnten außer den Briten nur die Franzosen und Spanier einnehmen. Die drei MĂ€chte hatten allerdings eine voneinander abweichende Motivation beim Aufbau ihrer Kolonien. FĂŒr Spanien hatte seine Kolonie Florida nur eine sekundĂ€re Funktion im Vergleich zu seinen großen Besitzungen in Mittel- und SĂŒdamerika. Frankreich wiederum beschrĂ€nkte sich bei der Besiedlung auf sein koloniales Kerngebiet am Sankt-Lorenz-Strom im heutigen Kanada. Allerdings hatte es dennoch ein starkes wirtschaftliches Interesse an seinen ĂŒbrigen Territorien, die zwischen dem Mississippi River und den 13 Kolonien der Briten gelegen waren, da es am Pelzhandel verdiente. Deswegen wurden diese ansonsten nicht von EuropĂ€ern besiedelten Gebiete durch ein System von Forts geschĂŒtzt. Die britischen Kolonien hingegen standen unter einem hohen Einwanderungsdruck, was zu einer bestĂ€ndigen Verschiebung der Siedlungsgrenze gen Westen fĂŒhrte. Dies geschah sowohl nach staatlichem Plan (durch eine einzelne Kolonie) als auch in wilder Kolonisation. Dies machte die mittellosen Siedler zu natĂŒrlichen Feinden der Franzosen und Indianer, die ihre Gebiete nicht kampflos aufgaben.

Im Franzosen- und Indianerkrieg von 1754 bis 1760 prallten diese gegensĂ€tzlichen Interessen aufeinander. Dieser Konflikt stellte jedoch auch einen Schauplatz in der globalen Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und Frankreich dar (wie der SiebenjĂ€hrige Krieg). Die meisten IndianerstĂ€mme kĂ€mpften auf Seiten der Franzosen, zu denen sie meist ĂŒber gute Beziehungen verfĂŒgten. Die zentrale KriegsfĂŒhrung auf Seiten der Briten ging vom Mutterland aus, welches eine Chance sah, ganz Nordamerika fĂŒr sich gewinnen zu können. Allerdings nahmen die kolonialen Milizen bezĂŒglich der militĂ€rischen Belastung bereits eine faktisch gleichbedeutende Stellung ein, was vom Empire zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahrgenommen wurde.

Nach dem sehr erfolgreichen Ausgang des Krieges fĂŒr die britische Seite fielen im globalen Friedensschluss 1763 die gesamten bisher französischen Territorien östlich des Mississippi (außer New Orleans) sowie die von Franzosen besiedelten Gebiete um QuĂ©bec und Montreal an Großbritannien. Das bourbonische Spanien hatte sich im Verlauf des Krieges auf die Seite seiner französischen Verwandten geschlagen. Nach dem Krieg musste es Florida an die Briten abtreten, erhielt aber als Ausgleich das bisher französische Gebiet westlich des Mississippi. FĂŒr die Indianer erwies sich diese neue politische Situation als fatal, da sie jetzt nur noch mit einer einzigen europĂ€ischen Macht verhandeln und diese nicht mehr wie zuvor gegeneinander ausspielen konnten. Von nun an war die britische Zentralregierung in London ihr einziger VerbĂŒndeter, da die Kolonien die erkĂ€mpften Gebiete bis zum Mississippi besiedeln wollten. Die Krone versuchte hingegen stĂ€rkere Konflikte mit den Indianern zu vermeiden, da ihre außenpolitische Situation nach dem kostspieligen letzten Krieg zunĂ€chst konsolidiert werden sollte. Da die dreizehn Kolonien aber nach wie vor unter hohem Immigrationsdruck standen, machte sich dadurch das Mutterland seine Siedler zum Feind.

Eine der Flaggen der UnabhÀngigkeitsbewegung 1775

Zu der außenpolitischen Entfremdung zwischen den Kolonien und der Zentrale kamen innenpolitische Spannungen. Die Regierung in London verlangte, dass die Kolonisten einen höheren Anteil an den betrĂ€chtlichen Kosten der Nachkriegsordnung tragen sollten. Diese wiederum argumentierten, dass dies gegen das alte englische Budgetrecht verstoße, wonach es „keine Besteuerung ohne politische ReprĂ€sentation“ geben dĂŒrfe. Damit erklĂ€rten die Siedler faktisch das britische Parlament fĂŒr nicht weisungsberechtigt in den dreizehn Kolonien (nicht aber die Krone). Zudem verlangte das Mutterland zwar eine höhere Besteuerung, blockierte aber die Entwicklung von wirtschaftspolitischen Instrumenten wie eigener WĂ€hrungsemission, was zu einer finanziellen StĂ€rkung der Kolonien notwendig gewesen wĂ€re. Das Parlament handelte so, weil es einer amerikanischen Staatsbildung nicht noch Vorschub leisten wollte, schaffte damit aber einen Widerspruch. DarĂŒber hinaus vergifteten verschiedene als ungerecht empfundene Steuern (offizielle Stempel, Zucker, Tee) die AtmosphĂ€re zwischen Zentrale und Peripherie. London stationierte schließlich Soldaten zur Kontrolle der Kolonisten, was die separatistischen Tendenzen in den dreizehn Kolonien weiter anfachte.

Ein Versuch britischer Soldaten, ein koloniales Waffenlager auszuheben, war schließlich 1775 der Auslöser des UnabhĂ€ngigkeitskrieges. Ein amerikanischer Kontinentalkongress trat zusammen, der das militĂ€rische Oberkommando George Washington ĂŒbertrug. Am 4. Juli 1776 wurde die amerikanische UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung verkĂŒndet. Nicht zuletzt durch die militĂ€rische UnterstĂŒtzung Frankreichs zwangen die Amerikaner 1783 das britische Empire zur Anerkennung ihrer staatlichen SouverĂ€nitĂ€t im Frieden von Paris.

Von der UnabhĂ€ngigkeit bis zum BĂŒrgerkrieg

Die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel hatten sich als unzureichend erwiesen, um das Überleben der jungen Staatenverbindung zu gewĂ€hrleisten. Daher wurde 1787 in Philadelphia die Verfassung der Vereinigten Staaten unterzeichnet, welche heute die Ă€lteste noch gĂŒltige geschriebene republikanische Staatsverfassung der Welt ist – abgesehen von der noch heute gĂŒltigen Verfassung der Republik San Marino aus dem Jahre 1600. Erster PrĂ€sident der Vereinigten Staaten wurde George Washington, der General des UnabhĂ€ngigkeitskrieges.

Der neugegrĂŒndete Staat trug an zwei ethnischen Hypotheken: einerseits die weitere Landnahme zu Lasten der Indianer, andererseits die Auseinandersetzung um die Sklaverei, die spĂ€ter den Kampf um die BĂŒrgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Zur Zeit des UnabhĂ€ngigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprĂŒnglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluss ein weiteres, großes Gebiet, das von Indianern bewohnt wurde.

Durch den „Louisiana Purchase“, den Erwerb des Louisiana-Territoriums (nicht identisch mit dem heutigen Staat) 1803 verdoppelten die USA auf einen Schlag die Ausmaße des damaligen Staates. WĂ€hrend der europĂ€ischen Koalitionskriege war das Territorium von Spanien zurĂŒck an Frankreich gefallen, doch sah der in finanzielle Nöten steckende NapolĂ©on keine realistische Möglichkeit zur Wiedererrichtung des französischen Übersee-Imperiums und verkaufte daher das Gebiet zwischen Mississippi und Rocky Mountains fĂŒr relativ gĂŒnstige 22,5 Millionen Dollar. Schon seit 1803 traten die ersten Staaten aus dem Northwest Territory den USA bei, ab 1813 auch aus dem Louisiana-Gebiet.

Die USA verfolgten gegenĂŒber Frankreich und Großbritannien zunĂ€chst einen NeutralitĂ€tskurs. Jedoch fĂŒhrten die Amerikaner im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 einen Krieg um das weiterhin britische Kanada. Dieser endete jedoch unentschieden, so dass die Grenzziehung zwischen den USA und dem spĂ€teren Kanada von diesem Zeitpunkt an in den entscheidenden Bereichen abgeschlossen war. Die Indianer, die grĂ¶ĂŸtenteils die Briten unterstĂŒtzten, konnten im Krieg von 1812 zum letzten Mal eine eigenstĂ€ndige Rolle in außenpolitischen Frage spielen. Die frĂŒhe amerikanische Außenpolitik wurde ansonsten von der 1823 verkĂŒndeten Monroe-Doktrin des PrĂ€sidenten James Monroe geprĂ€gt. Diese sagte aus, dass sich die europĂ€ischen MĂ€chte vom amerikanischen Kontinent fernhalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten.

Die US-Indianerpolitik wurde ab 1820 aggressiver: Mit dem Indian Removal Act und dem darauf folgenden Trail of Tears wurde eine Jahrzehnte dauernde gewaltsame Landnahme und Besiedlung durchgefĂŒhrt, was zu erneuten KĂ€mpfen mit den Ureinwohnern fĂŒhrte. Die Indianer wurden in „Reservate“ abgeschoben, bei denen es sich meistens um unwirtliche und fĂŒr die Weißen unbrauchbare Gebiete handelte. Einer der wenigen militĂ€rischen Siege fĂŒr die Indianer war die Schlacht am Little Bighorn 1876, welche aber politisch wirkungslos blieb. Die Indianerkriege endeten 1890 mit dem Massaker von Wounded Knee. Im Jahr 1900 lebten weniger als eine Viertelmillion Indianer, wozu allerdings nicht nur Krieg sondern auch Krankheiten und ethnische Vermischung beigetragen hatten. Erst 1924 erhielten die Indianer volle BĂŒrgerrechte.

„Auktions- & Neger-Handelshaus“, 1864 in Atlanta, Georgia

Das zentrale Thema der amerikanischen Innenpolitik bis 1865 war die Sklavenfrage. Obwohl die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 durch natĂŒrlichen Nachwuchs auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die SĂŒd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, wĂ€hrend die SĂŒdstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Neue Staaten aus den erworbenen Territorien wurden nur paarweise aufgenommen, um das labile Gleichgewicht nicht zu gefĂ€hrden. Die Sklaverei stand im Widerspruch zur Verheißung der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung, dass nĂ€mlich alle Menschen gleich geschaffen seien. Daher gewannen im Norden Bewegungen wie der Abolitionismus, der die Abschaffung der Sklaverei forderte, starken Zulauf. Der Krieg gegen Mexiko (1846–1848) brachte den USA einen weiteren großen FlĂ€chengewinn, der den heutigen SĂŒdwesten ausmacht. Er verstĂ€rkte aber auch die innenpolitischen Spannungen, da die Nordstaaten ihn teilweise als Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen.

Nachdem 1860 Abraham Lincoln fĂŒr die neu gegrĂŒndete Partei der Republikaner zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt worden war, traten elf SĂŒdstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionskrieges (1861–1865). Hierbei stand zunĂ€chst die Verfassungsfrage im Vordergrund, ob die Bundeszentrale ĂŒberhaupt das Recht habe, ĂŒber elementare Sachfragen in den Bundesstaaten zu entscheiden. Die Nordstaaten gingen als Sieger aus dem BĂŒrgerkrieg hervor und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle BĂŒrgerrecht.

Vom BĂŒrgerkrieg bis zum Zweiten Weltkrieg

1890 wurde die frontier fĂŒr geschlossen erklĂ€rt, nachdem die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents zusammengewachsen waren. Damit endete auch die Ära des „Wilden Westens“. Die Immigration ließ nicht nach, so dass zwischen 1880 und 1910 insgesamt 18 Millionen Einwanderer in die USA aufgenommen wurden, welche das Land zur grĂ¶ĂŸten Industrienation der Welt machten. Die massive Industrialisierung seit dem Sezessionskrieg fĂŒhrte zur Bildung großer Trusts (Kartelle), die durch ihre wirtschaftliche Macht auch die Politik beeinflussen konnten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne wie Standard Oil von John D. Rockefeller zerschlagen wurden.

Infolge des siegreichen spanisch-amerikanischen Krieges von 1898 konnten die USA ihren Einflussbereich auf die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba ausdehnen. Eine interventionistische Politik betrieb PrĂ€sident Theodore Roosevelt (1901–1909), der fĂŒr die USA eine hegemoniale Machtstellung ĂŒber die lateinamerikanischen Staaten beanspruchte (Big Stick). So lösten die Vereinigten Staaten 1903 Panama aus Kolumbien heraus, um sich von dem neu gebildeten Staat die SouverĂ€nitĂ€t ĂŒber den strategisch wichtigen Panama-Kanal abtreten zu lassen.

WĂ€hrend des Ersten Weltkriegs blieb die USA bis 1917 isolationistisch. Erst nachdem das Deutsche Reich nach seinem Sieg ĂŒber Russland ein militĂ€risches Übergewicht gegenĂŒber Frankreich und Großbritannien erlangt und zudem den uneingeschrĂ€nkten U-Boot-Krieg verkĂŒndet hatte, traten die USA 1917 in den Krieg ein. Die amerikanischen Truppen verschoben die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse endgĂŒltig zugunsten der Entente. Nach dem militĂ€rischen Sieg versuchte PrĂ€sident Woodrow Wilson (1913–1921) in Europa eine stabile Nachkriegsordnung zu etablieren, indem er in seinem 14-Punkte-Programm das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbundes initialisierte. Zum einen verweigerten EnglĂ€nder und Franzosen aber die DurchfĂŒhrung von Wilsons Plan zugunsten eines Siegfriedens gegenĂŒber dem Deutschen Reich. Zum anderen verweigerte der US-Senat den Beitritt zum Völkerbund, so dass die nun bedeutendste politische Macht der Welt in diesem Gremium fehlte und zum Isolationismus zurĂŒckkehrte.

Durch den kostspieligen Krieg und den anschließenden Wiederaufbau waren die EuropĂ€er zu Schuldnern Amerikas geworden. Die herausragende wirtschaftspolitische Rolle der Vereinigten Staaten zeigte sich schließlich, als auf den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 (Schwarzer Donnerstag) die Weltwirtschaftskrise folgte. Dies fĂŒhrte in den USA zu einer innenpolitischen Krise mit etwa 15 Millionen Arbeitslosen im Jahr 1932. PrĂ€sident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, BrĂŒcken, FlughĂ€fen oder zum Beispiel auch das Tennessee-Valley-Staudamm-Projekt enthielt.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zunĂ€chst wieder neutral, unterstĂŒtzten jedoch im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen. Im Anschluss an den Angriff auf Pearl Harbor durch japanische StreitkrĂ€fte am 7. Dezember 1941 erklĂ€rten die USA Japan den Krieg und erhielten kurze Zeit spĂ€ter KriegserklĂ€rungen von Deutschland und Italien. Wie schon im Ersten Weltkrieg war das industrielle Potenzial der USA entscheidend fĂŒr den Sieg der Alliierten. Die umstrittenen AtombombenabwĂŒrfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten schließlich den Zweiten Weltkrieg.

Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des Kalten Krieges

Berliner beobachten die Landung eines Rosinenbombers auf dem Flughafen Tempelhof (1948)

Die USA waren maßgeblich an der GrĂŒndung der UN am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den Kalten Krieg mĂŒndete. Durch den PrĂ€sidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des roll back, das heißt der ZurĂŒckdrĂ€ngung des Kommunismus verkĂŒndet, die in der „Truman-Doktrin“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen LĂ€ndern zur Bewahrung ihrer Freiheit und UnabhĂ€ngigkeit MilitĂ€r- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der UnterstĂŒtzung von Griechenland und der TĂŒrkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Berliner LuftbrĂŒcke antworteten. 1949 wurde die NATO als MilitĂ€rbĂŒndnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegrĂŒndet.

Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren WettrĂŒsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache „Overkill-KapazitĂ€t“ verschaffte. GefĂ€hrliche Konfrontationen des Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950–53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Atomwaffensperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefĂ€hrliche Situation zu entschĂ€rfen.

Der sich nach dem Zweiten Weltkrieg abzeichnende Kalte Krieg fĂŒhrte dazu, dass viele Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten. Eine innenpolitische Folge des Kalten Krieges nach 1945 war die „McCarthy-Ära“. Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss fĂŒr unamerikanische AktivitĂ€ten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide "Hexenjagd" auf angebliche Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und MilitĂ€rs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im Fernsehen ĂŒbertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar PrĂ€sident Eisenhower verdĂ€chtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.

Brennendes Vietcong-Camp in My Tho, Vietnam

Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 nach dem (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon MilitĂ€rberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militĂ€rischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudĂ€mmen, wurde in den 1960er und 1970er Jahren oft die GlaubwĂŒrdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden MilitĂ€rdiktatoren und Kleptokraten wie Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile, Marcos auf den Philippinen oder Mobutu in Zaire unterstĂŒtzt, so lange sie nur antikommunistisch waren.

Neben den mannigfachen sozialen und politischen Bewegungen erschĂŒtterten in den 1960er Jahren vor allem drei MordanschlĂ€ge die amerikanische Nation und mit ihr die Welt: die Ermordung des PrĂ€sidenten John F. Kennedy (1963), die Ermordung des afroamerikanischen Predigers und BĂŒrgerrechtlers Martin Luther King, der die Galionsfigur des gewaltlosen Kampfes fĂŒr die Rechte der Schwarzen war (1968) – sowie im gleichen Jahr die Ermordung des demokratischen PrĂ€sidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy, einem jĂŒngeren Bruder des getöteten PrĂ€sidenten. Alle drei MordfĂ€lle gelten selbst heute noch als nicht restlos aufgeklĂ€rt.

PrÀsident Johnson bei der Unterzeichnung des Civil Rights Act 1968

Die Schwarzenfrage war auch nach dem BĂŒrgerkrieg 1865 nicht endgĂŒltig geklĂ€rt worden. Schon im Laufe des Wiederaufbaus (Reconstruction) des weitgehend im Krieg zerstörten SĂŒdens hatten die SĂŒdstaaten Gesetze erlassen, welche die BĂŒrgerrechte der Schwarzen wieder einschrĂ€nkten (Jim-Crow-Gesetze), die zwar gleiche Rechte propagierten aber Rassentrennung festigten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine BĂŒrgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) ein, welche die letzten formalen Ungleichbehandlungen beseitigen konnte. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954. Der Schulbesuch von Schwarzen in „weißen“ Schulen musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden, da die Gouverneure der SĂŒdstaaten bis Ende der 60er Jahre – wie schon vor Ausbruch des BĂŒrgerkrieges – auf ihren states rights beharrten, zu denen sie auch die Rassentrennung (segregation) zĂ€hlten. 1968 wurde schließlich vom Kongress der Civil Rights Act verabschiedet, der Diskriminierung jeglicher Art gesetzlich verbietet; PrĂ€sident Lyndon B. Johnson verkĂŒndete zu jener Zeit – anknĂŒpfend an Ideen seines ermordeten VorgĂ€ngers John F. Kennedy – die Great Society, die durch Verbesserungen in der Gesundheits-, Bildungs- und Sozialpolitik benachteiligte Minderheiten in die amerikanische Gesellschaft integrieren sollte.

Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 1960er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung sowie eine wachsende Schwulenbewegung, die (anders als in Europa) schnell gemeinsam von und fĂŒr Schwule und Lesben erkĂ€mpft wurde. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten. Der Versuch einer VerfassungsĂ€nderung, welche die Gleichheit von Mann und Frau vorschreiben sollte, scheiterte jedoch. Sodomiegesetze, die bis 1962 die Praxis der mĂ€nnlichen HomosexualitĂ€t und auch „abweichende sexuelle Praktiken“ (Oral-, Analverkehr) heterosexueller Paare in jedem Bundesstaat verboten hatten, wurden teilweise zurĂŒckgenommen. 1987, als der Supreme Court diese Gesetze bestĂ€tigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit der Entscheidung Lawrence vs. Texas am 26. Juni 2003 vom Obersten Gerichtshof aufgehoben.

Die Watergate-AffĂ€re um einen Einbruch in den Watergate-GebĂ€udekomplex der Demokratischen Partei, von dem PrĂ€sident Richard Nixon wahrscheinlich wusste und bei dem dieser die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum grĂ¶ĂŸten Skandal der amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurĂŒck.

Die Ölkrise 1974, die 200-Jahresfeier der UnabhĂ€ngigkeit 1976 und die iranische Geiselkrise 1979 waren prĂ€gende Ereignisse fĂŒr die 1970er Jahre. Zu der außenpolitischen Orientierungslosigkeit kam in diesen Jahren eine Wirtschaftskrise, die vor allem das Schwerindustrierevier in den Staten Pennsylvania, Ohio, West Virginia, Indiana und Michigan (Rust Belt) schwer traf und auch zu neuen ethnisch motivierten Unruhen in den SĂŒdstaaten fĂŒhrte, was den Wahlerfolg des Republikaners Ronald Reagan begĂŒnstigte.

In der Post-Vietnam-Ära zeigte sich eine gewisse Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militĂ€rischer StĂ€rke (Carter-Regierung) und spĂ€ter dessen Gegenteil (nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand.

So bezeichnete der Amtsantritt der Reaganadministration einen Pradigmenwechsel der amerikanischen Politik, sowohl im Innern als auch vor allem in der Außenpolitik. In seinen acht Regierungsjahren 1981-1989 das Land dauerhaft umgestaltete; seine liberale Wirtschaftspolitik (Reagonomics), die vor allem aus dem ZurĂŒckfahren staatlicher Subventionen und Sozialleistungen und anderer staatlicher EinflĂŒsse auf die Wirtschaft, Einsparungen in der öffentlichen Verwaltung und umfangreichen Steuersenkungen fĂŒr Gutverdiener bestand, und seine harte Linie in der Außenpolitik, die auf seinem christlichen Glauben und seinem strikten Antikommunismus beruhte (siehe oben), machte ihn bei den Republikanern zum oft zitierten Vorbild (so wurde er 2005 zum grĂ¶ĂŸten Amerikaner aller Zeiten gewĂ€hlt, vor Abraham Lincoln und George Washington), seine Gegner sahen ihn dagegen als Marionette der großen Konzerne und RĂŒstungslobbyisten.

Unter der Reagan-Regierung (1981–1989) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig RĂŒcksicht darauf genommen, ob die strategischen VerbĂŒndeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden VerstĂ€ndnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-UnterstĂŒtzung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–88) aus Angst vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein (hauptsĂ€chlich durch Satelliten-AufklĂ€rung) unterstĂŒtzt, was sich spĂ€ter als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum grĂ¶ĂŸten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die Iran-Contra-AffĂ€re: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsĂ€chlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur UnterstĂŒtzung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, den so genannten Contras, verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, damit wurden aber auch gleichzeitig radikal-islamische Gruppen gestĂ€rkt.

Unter PrĂ€sident Ronald Reagan strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ (evil empire), das es zu Tode zu rĂŒsten gelte. Die RĂŒstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes „Star-Wars-Programm“ (SDI-Projekt, Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu AbrĂŒstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht der Welt.

Vom Ende des Kalten Krieges bis zur Gegenwart

In den 1990er Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen PrĂ€sidenten Bill Clinton (1993–2001) einen lĂ€nger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung („New Economy“). Die weitere Verwahrlosung der StĂ€dte wurde aufgehalten â€“ so erwachten die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben.

Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fĂŒnf Jahre verkĂŒrzt wurde. So kam es zu einem betrĂ€chtlichen RĂŒckgang der Anzahl der Sozialhilfe-EmpfĂ€nger.

PrĂ€sident Clinton zeichnete verantwortlich auch fĂŒr die US-Außenpolitik zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Regierungsantritt von George W. Bush, und zwar mit der Hilfe von Außenminister Warren Christopher (erste Amtszeit) und Madeleine Albright (zweite Amtszeit), der ersten Außenministerin in der Geschichte der USA.

Beobachter haben von der Außenpolitik Clintons behauptet, er habe wohl das Ziel „die Sozialarbeit der Welt“ zu ĂŒbernehmen, da viele der AktivitĂ€ten sich auf WerteĂ€nderungen in eher Ă€rmeren, strategisch nebensĂ€chlichen LĂ€ndern konzentrierten, darunter auch Somalia, Haiti, und Bosnien. Das Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte als Ziel die Entmachtung der Kriegsherrn, besonders Mohammed Aidids. Nachdem US-Fernsehsender Bilder ĂŒbertrugen, die den Leichnam eines US-Soldaten zeigten, der durch die Straßen von Mogadischu geschleift wurde, ĂŒberließen die Sondereinsatztruppen das Land seinem Schicksal.

Mit der Invasion Haitis 1994 wurde der demokratisch gewÀhlte Jean-Bertrand Aristide an die Macht gebracht und der MilitÀrdiktator Raoul Cédras abgesetzt; die weiteren Probleme des Landes, das 1915 bis 1934 unter US-Besatzung gelebt hatte und unter Cédras von einem Embargo der USA betroffen war, wurden nicht gelöst.

Nachdem sich die europĂ€ischen Staaten als unfĂ€hig erwiesen hatten, nach dem Zerfall Jugoslawiens den Balkan zu befrieden, griffen US-Truppen 1995 und 1999 im Rahmen der NATO in Bosnien und Serbien ein, was den Sturz des Diktators Slobodan MiloĆĄević zur Folge hatte. Versuche, im Nahen Osten einen Frieden zwischen Israel und PalĂ€stina zu erreichen, erlitten mit dem Attentat auf Jitzhak Rabin einen großen RĂŒckschlag und waren letztlich erfolglos.

Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators Saddam Hussein mit sporadischen LuftschlĂ€gen, sowie VergeltungsschlĂ€gen gegen Einrichtungen im Sudan und Afghanistan nach TerroranschlĂ€gen auf die US-Botschaft in Nairobi und ein US-Kriegsschiff im Jemen, die man dem damals schon bekannten Al-Qaida-Netzwerk des Osama bin Laden zur Last legte. Diese Einzelaktionen, die zumeist im Kontext von UN- oder NATO-Resolutionen stattfanden und bei den westeuropĂ€ischen VerbĂŒndeten zu keinen oder nur geringen diplomatischen Differenzen fĂŒhrten, wurden vor der Öffentlichkeit nicht als Teil eines dauernden Kriegszustands gerechtfertigt, wie es spĂ€ter mit George W. Bushs Krieg gegen den Terrorismus der Fall war.

US-PrÀsident George W. Bush

Nach den TerroranschlĂ€gen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington, verkĂŒndete George W. Bush einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus, was zunĂ€chst auch in weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung fand. Bush erfand in Anlehnung an Ronald Reagan die Formel von einer „Achse des Bösen“ (axis of evil), der er so genannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnet. Zu diesen zĂ€hlt er den Iran, den Irak, Kuba und Nord-Korea.

Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime verjagt, das den mutmaßlichen Drahtzieher der AnschlĂ€ge, Osama bin Laden, beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im MĂ€rz 2003 der Krieg (sog. Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stĂŒrzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung fĂŒr die Welt gewesen sei.

Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist völkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UN-Mandat erfolgte und einige der KriegsbegrĂŒndungen (insbesondere der Verdacht auf den Besitz von Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten TĂ€uschung der Weltöffentlichkeit durch die Regierung Bush erhebt.

Dem amerikanischen MilitĂ€r gelang es schnell, den Irak militĂ€risch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu stĂŒrzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von SelbstmordattentĂ€tern durchgefĂŒhrte SprengstoffanschlĂ€ge forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu fĂŒhrte, dass sich einige Staaten der Koalition der Willigen bereits im FrĂŒhling 2004 wieder aus dem Irak zurĂŒckzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung ĂŒbergeben.

George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der PrĂ€emption kann als Abkehr von der bisherigen amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, EindĂ€mmung sowie der Einwirkung der so genannten soft power (d. h. der AttraktivitĂ€t ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter George W. Bush betrĂ€gt der Verteidigungsetat etwa 400 Milliarden US-Dollar, was bedeutet, dass das US-MilitĂ€rbudget so hoch ist wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen.

Barack Obama, 2005

Der Haushaltsansatz fĂŒr Entwicklungshilfe betrug im Haushaltsjahr 2003/04 fast 20 Milliarden US-Dollar, ohne die Aufbauhilfe fĂŒr Irak, die wiederum ebenfalls so groß ist. Als Anteil am Bruttosozialprodukt ist diese Summe relativ gering im Vergleich zu anderen Industrienationen, als absolute Summe jedoch die grĂ¶ĂŸte einer einzelnen Nation der Welt. Von den 20 Milliarden US-Dollar gehen etwa die HĂ€lfte an Israel und Ägypten (seit Camp David I (1978), dem Oslo-Friedensprozess (1994-1995) und Camp David II (2000).

Andere Schwerpunkte sind Kolumbien, Bolivien, Peru, Afghanistan, Pakistan, Indonesien, die TĂŒrkei und Jordanien, unter anderem wegen des War on Drugs und des Kriegs gegen den Terrorismus (Operation Enduring Freedom).

Nach seinem Sieg bei der PrĂ€sidentschaftswahl am 4. November 2008 wird der ehemalige Senator des US-Bundesstaates Illinois, Barack Obama, am 20. Januar 2009 fĂŒr die Demokraten ins Weiße Haus einziehen.

Politik

Hauptartikel: Politisches System der Vereinigten Staaten

Die Vereinigten Staaten haben ein prĂ€sidiales, föderales Regierungssystem mit einem PrĂ€sidenten (seit 2001 der 2004 wiedergewĂ€hlte Republikaner George W. Bush als 43. Amtsinhaber) an der Spitze der Exekutive. Der PrĂ€sident ist Staats- und Regierungschef in Personalunion. Er ist ferner Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten und bildet gemeinsam mit dem Verteidigungsminister die National Command Authority (NCA), der es alleine obliegt, die Entscheidung ĂŒber einen Angriff der USA mit Nuklearwaffen zu fĂ€llen. Dazu mĂŒssen beide Personen unabhĂ€ngig voneinander dem Nuklearschlag zustimmen.

Die Legislative ist der Kongress (derzeit der von den Demokraten dominierte 110. Kongress). Er setzt sich aus gewĂ€hlten ReprĂ€sentanten aller 50 Bundesstaaten zusammen. Laut Verfassung hat der aus zwei Kammern bestehende Kongress die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und KriegserklĂ€rungen auszusprechen. VertrĂ€ge mit fremden LĂ€ndern werden vom PrĂ€sidenten unterzeichnet, bedĂŒrfen aber der Ratifizierung durch die Zweite Kammer des Kongresses, den Senat. Bei wichtigen Ernennungen (z. B. zu Kabinettsposten oder RichterĂ€mtern des Bundes, insbesondere dem Obersten Gericht) muss der Senat den Vorschlag des PrĂ€sidenten ebenfalls bestĂ€tigen.

Die Mitglieder des ReprĂ€sentantenhauses werden fĂŒr zwei Jahre gewĂ€hlt. Jeder ReprĂ€sentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgefĂŒhrte VolkszĂ€hlung festgelegt. Senatoren werden fĂŒr sechs Jahre gewĂ€hlt. Deren Wahl findet gestaffelt statt, das heißt, alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewĂ€hlt. Die Verfassung sieht vor, dass der VizeprĂ€sident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit.

FĂŒr den Fall der Abwesenheit des VizeprĂ€sidenten benennt der Senat einen „Pro-Tempore-Vorsitzenden“, einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder der Ersten Kammer, des ReprĂ€sentantenhauses wĂ€hlen ihren eigenen Vorsitzenden, den „Sprecher des ReprĂ€sentantenhauses (Speaker)“. Speaker (derzeit Nancy Pelosi, erste Frau auf diesem Posten) und Pro-Tempore-Vorsitzender (zur Zeit Senator Robert Byrd) sind Mitglieder der jeweils stĂ€rksten Partei ihrer Kammer.

Bevor eine Gesetzesvorlage zum Bundesgesetz wird, muss sie sowohl das ReprĂ€sentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunĂ€chst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren AusschĂŒssen geprĂŒft, abgeĂ€ndert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem PrĂ€sidenten zur Zustimmung vorgelegt.

An der Spitze der Judikative, die föderal organisiert ist, steht der Oberste Gerichtshof. Die 1787