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George W. Bush (2003)

George Walker Bush ˈdʒɔÉčdʒ ˈwɔːkɚ bʊʃ ?/Info/IPA, meist abgekĂŒrzt George W. Bush ˈdʒɔÉčdʒ ˈdʌblÌ©juː bʊʃ (* 6. Juli 1946 in New Haven, Connecticut), ist ein republikanischer Politiker und der 43. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Nach UnternehmertĂ€tigkeit in der Ölindustrie wurde Bush im Jahre 1994 zum Gouverneur von Texas gewĂ€hlt (Beginn der Amtszeit im Januar 1995) und blieb dies nach Wiederwahl auch noch eine zweite Amtszeit, bis er im Jahr 2000 die PrĂ€sidentschaftswahlen gewann. Er kandidierte im US-Wahlkampf 2004 erfolgreich fĂŒr eine zweite Amtsperiode, die am 20. Januar 2005 begann und spĂ€testens am 20. Januar 2009 enden wird.

In Bushs Amtszeit fallen die TerroranschlÀge am 11. September 2001 und darauf folgend der Krieg gegen den Terrorismus mit Kriegen in Afghanistan und dem Irak, der Hurrikan Katrina und die Finanzkrise ab 2007.

Bush ist Angehöriger einer wohlhabenden und einflussreichen Familie; so war sein Vater George H. W. Bush der 41. PrĂ€sident der USA und sein Bruder Jeb Bush in den Jahren 1999 bis 2007 Gouverneur von Florida. Bushs Großvater war der Unternehmer und Senator Prescott Bush. Der fĂŒr Bush von Freunden wie Gegnern zuweilen verwendete Spitzname Dubya ist abgeleitet von der in den SĂŒdstaaten ĂŒblichen, verkĂŒrzten Aussprache des Buchstabens W (eigentlich Double U). Der Vorname von George Walker Bush wurde angelehnt an den Namen seines Vaters und sein Zwischenname an den Nachnamen seines Urgroßvaters George Herbert Walker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Werdegang

Geboren als Sohn von Barbara Pierce Bush und George H. W. Bush wuchs George W. zusammen mit vier jĂŒngeren Geschwistern – Jeb, Neil, Marvin und Dorothy – in Midland und Houston auf. Eine weitere jĂŒngere Schwester, Robin, verstarb 1953 dreijĂ€hrig an LeukĂ€mie.

Bush besuchte von 1961 bis 1964 die Phillips Academy, die auch sein Vater besuchte. Anschließend studierte er von September 1964 bis Mai 1968 Geschichte an der Yale University, wo er, ebenfalls wie sein Vater, Mitglied der Vereinigung Skull & Bones und des Studentenbundes Delta Kappa Epsilon war, dessen PrĂ€sident er, ebenfalls wie sein Vater, im Oktober 1965 wurde. 1968 schloss er sein Studium an der Yale-UniversitĂ€t als Bachelor in Geschichte ab. Zwischen 1972 und 1975 besuchte George W. Bush die Harvard Business School der Harvard University, wo er den Titel MBA (Master of Business Administration) erwarb. 1977 heiratete er Laura Welch. Die Zwillingstöchter Jenna und Barbara wurden am 25. November 1981 geboren.

Wehrdienst in der Nationalgarde

Bush verpflichtete sich 1968 fĂŒr sechs Jahre bei der Nationalgarde.[1] Bei der Air National Guard in Texas wurde er Leutnant, Pilot und FĂŒhrer einer Staffel F-102 Delta Daggers. Da die Nationalgarde vorwiegend im Inland eingesetzt wird, sah sich Bush spĂ€ter mit dem Vorwurf konfrontiert, einer Einberufung in die Army zuvorgekommen zu sein und sich damit einem Einsatz in Vietnam entzogen zu haben und wurde daher draft dodger gescholten („ein sich der Einberufung Entziehender“), bei patriotischen US-Amerikanern alles andere als ein Ehrentitel. Dies war jedoch damals nicht nur unter Politikersöhnen eine durchaus verbreitete Praxis (sein Vater war damals Kongressabgeordneter im ReprĂ€sentantenhaus). Der Verdacht, Bush habe außerdem seine sich aus dem Dienst in der Nationalgarde ergebenden Pflichten nicht gewissenhaft erfĂŒllt, hatte deshalb grĂ¶ĂŸeres politisches Gewicht. Auf Druck der Öffentlichkeit ließ er daher im Februar 2004 die Akten ĂŒber diese Zeit fĂŒr Untersuchungen freigeben.

UnternehmertÀtigkeit

Seine UnternehmertĂ€tigkeit begann Bush im Jahr 1978 in der Erdölförderindustrie mit der GrĂŒndung von Arbusto Energy, spĂ€ter in Bush Exploration umbenannt. Als Anfang der 1980er-Jahre die Ölpreise einbrachen, geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten und musste im Jahr 1984 mit dem Ölunternehmen Spectrum 7 Energy Corp. fusionieren. Bush wurde Vorsitzender des Unternehmens. Als im Jahr 1986 die Ölpreise erneut einbrachen, wurde es jedoch zahlungsunfĂ€hig und von Harken Energy Corp. aufgekauft. Bush wurde dadurch einer der Direktoren bei Harken.

ReligiositÀt und Alkoholismus

Die Probleme Bushs im Umgang mit Alkohol wurden im Jahr 1976 aktenkundig. Wegen Trunkenheit am Steuer wurde ihm in Maine befristet der FĂŒhrerschein entzogen. Zudem musste Bush sich einem strengen Entzug unterwerfen. Zehn Jahre spĂ€ter konvertierte er von den Anglikanern zu den Methodisten, der Glaubensrichtung, der seine Frau angehört, um fortan als Wiedergeborener Christ völlig auf Alkohol zu verzichten. Dieser Wechsel seines Glaubens, im Jahr 1986, stellt eine einschneidende VerĂ€nderung seines Privatlebens dar.

Politische Karriere

1988 war George W. Bush Mitglied des Wahlkampfteams seines Vaters bei der (schließlich gewonnenen) PrĂ€sidentschaftswahl. Anschließend erwarb er, gemeinsam mit nahen Freunden seines Vaters, das Baseballteam Texas Rangers (sein Anteil betrug 5 %). Er war bis zu seiner Wahl zum Gouverneur von Texas 1994 der Managing Partner des Teams. Mit dem Verkauf seines Anteils an den Texas Rangers 1998 verdiente Bush 15 Millionen Dollar. Kritiker traten danach auf den Plan, die gewisse, angeblich fragwĂŒrdige UmstĂ€nde dieser Wertsteigerung anprangerten.

George W. Bush besitzt die Prairie Chapel Ranch bei Crawford in Texas, auf der er seine Ferien verbringt und auch StaatsgĂ€ste empfĂ€ngt. Er hĂ€lt sich außerdem oft im Sommersitz seines Vaters Walker’s Point bei Kennebunkport in Maine auf, auch dort werden StaatsgĂ€ste empfangen.

Gouverneur von Texas

Die texanische Gouverneurswahl am 8. November 1994 konnte Bush gegen die demokratische Amtsinhaberin Ann Richards fĂŒr sich entscheiden; dies wurde gemeinhin als Überraschung bewertet, da Texas als sichere Bastion der Demokraten galt und Ann Richards sich ebenso sicher noch am Wahlabend als Gewinnerin sah. Sein Wahlkampf wurde – wie alle nachfolgenden – von Karl Rove geplant. Um seine Position auch unter den demokratischen WĂ€hlern zu festigen, setzte Bush in seiner ersten Amtszeit auf weitgehende Kooperation mit dem politischen Gegner; so ernannte er einen Demokraten zu seinem Stellvertreter und stĂ€rkte diesem den RĂŒcken, indem er sich beispielsweise fĂŒr Gesetzesvorhaben der gegnerischen Fraktion im texanischen Parlament einsetzte.

1998 wurde er als texanischer Gouverneur wiedergewÀhlt, sein Gegenkandidat war Garry Mauro. Bush war der erste seit 25 Jahren, dem dies gelang.

In seiner Amtszeit war Bush ein entschiedener BefĂŒrworter der Todesstrafe: 152 zum Tode Verurteilten verweigerte er wĂ€hrend seiner Amtszeit die Begnadigung – ein Umstand, der bei den Gegnern der Todesstrafe im In- und Ausland wiederholt zu scharfer Kritik fĂŒhrte.

Der Wahlkampf 2000

Im Jahr 2000 wurde Bush zum PrĂ€sidentschaftskandidaten der Republikaner nominiert und trat unter dem Motto vom „mitfĂŒhlenden Konservatismus“ (compassionate conservatism) mit Richard Cheney gegen den Kandidaten der Demokraten und damaligen VizeprĂ€sidenten Al Gore sowie gegen den von den GrĂŒnen nominierten (international als Verbraucherschutzanwalt bekannten) Ralph Nader an. Die Entscheidung wurde ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Hauptkandidaten Bush und Gore, so dass die Entscheidung schließlich nur noch vom Ergebnis im Bundesstaat Florida abhing.

Die Ergebnisse in Florida waren in ihrer AuszĂ€hlung jedoch ĂŒberaus umstritten, was die USA bis an den Rand einer Staatskrise fĂŒhrte. Erst ein Urteil des Supreme Court beendete schließlich die laufenden NeuauszĂ€hlungen der Stimmen. Das Gericht erklĂ€rte die von Floridas Staatsgericht geforderte (und von Al Gore verlangte) NeuauszĂ€hlung der Stimmen fĂŒr verfassungswidrig, weil unordentlich und in den verschiedenen Distrikten des Bundesstaates uneinheitlich organisiert. Eine verfassungsgemĂ€ĂŸe NeuauszĂ€hlung sei aber nicht mehr innerhalb der vorgesehenen Frist zu gewĂ€hrleisten, deshalb sei jegliche NeuauszĂ€hlung zu stoppen. Somit wurde die erste StimmenzĂ€hlung, bei der George W. Bush knapp fĂŒhrte, automatisch bestĂ€tigt. Diese Entscheidung fiel mit der denkbar knappsten Mehrheit von fĂŒnf zu vier Richterstimmen. Von der Minderheit stimmten zwei Richter dafĂŒr, die NeuauszĂ€hlung wie begonnen weiterlaufen zu lassen; zwei teilten zwar die Mehrheitsmeinung dahingehend, dass die laufende NeuauszĂ€hlung nicht korrekt ablaufe, wollten aber den Fall an das oberste Gericht von Florida zurĂŒckverweisen, das einheitliche Standards festlegen sollte, nach denen dann alle Stimmen erneut gezĂ€hlt werden sollten, gegebenenfalls auch mit VerlĂ€ngerung der Frist.

Bush erhielt US-weit insgesamt etwa 500000 WÀhlerstimmen weniger als Gore, konnte aber mehr WahlmÀnnerstimmen auf sich vereinigen, was bei der indirekten PrÀsidentenwahl in den USA ausschlaggebend ist.

PrÀsidentschaft

Erste Amtszeit als PrÀsident

Gerhard Schröder zusammen mit Bush im Weißen Haus (2001)

Am 20. Januar 2001 wurde Bush vereidigt. Er wurde damit der zweite PrĂ€sident in der Geschichte der USA, dessen Vater ebenfalls PrĂ€sident gewesen war – diese Konstellation traf zuvor nur auf den sechsten PrĂ€sidenten, John Quincy Adams, zu, dessen Vater John Adams der zweite PrĂ€sident gewesen war. George W. Bush ist auch der erste PrĂ€sident mit einem MBA-Titel.

Mit Bush zogen viele Republikaner wieder ins Weiße Haus ein, die schon unter seinem Vater wichtige Ämter innegehabt hatten, insbesondere Richard Cheney als VizeprĂ€sident und Donald Rumsfeld als Verteidigungsminister. Außenminister wurde der frĂŒhere Golfkriegsgeneral Colin Powell. Die wichtigsten Berater waren weiterhin Karl Rove und – als Sicherheitsberaterin – Condoleezza Rice. Viele der neuen Mitarbeiter der Bush-Regierung waren vorher Mitglieder der neokonservativen Denkfabrik Project for the New American Century, etwa Richard Perle, Richard Armitage, Paul Wolfowitz oder Lewis Libby.

Wie in seiner Zeit als texanischer Gouverneur kĂŒndigte George W. Bush auch zu Beginn seiner ersten Amtszeit ein möglichst einvernehmliches, zumindest abgestimmtes Handeln mit dem politischen Gegner an. Als Schwerpunkte benannte er eine Verbesserung des Bildungswesens, Steuersenkungen, Rechenschaftspflichten politischer Akteure gegenĂŒber dem Volk, StĂ€rkung des MilitĂ€rs und Schaffung von Möglichkeiten fĂŒr Arbeiter, Teile der SozialversicherungsbeitrĂ€ge privat zu investieren. Wichtiger Partner bei der Arbeit mit dem Senat wurde fĂŒr Bush der Demokrat Edward Kennedy.

Der Ton zwischen beiden Parteien verschĂ€rfte sich jedoch im Sommer 2001 durch den Wechsel eines republikanischen Senators zu den Demokraten, was zu einem Verlust der republikanischen Senatsmehrheit fĂŒhrte und von zahlreichen Republikanern als Vertrauensbruch angesehen wurde.

Wichtigste Gesetzesprojekte bis zum 11. September 2001 (dem Tag der TerroranschlĂ€ge auf die ZwillingstĂŒrme des World Trade Centers, bekannt als 9/11) waren ein Programm zur massiven Senkung der Steuern und die Reform des Bildungswesens – beide wurden vom Kongress angenommen. Der No Child Left Behind Act (Kein Kind soll zurĂŒckbleiben), der die QualitĂ€t des öffentlichen Schulwesens und den Zugriff des MilitĂ€rs auf Personalien der SchĂŒler zum Zweck der Rekrutierung verbessern sollte, trat im Januar 2002 in Kraft.

Im MĂ€rz 2001 wurde der endgĂŒltige Ausstieg der USA aus dem Kyoto-Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase verkĂŒndet. Bush wird dafĂŒr und fĂŒr seine auch sonst mitunter umweltfeindliche Politik von Gegnern wiederholt scharf kritisiert. BefĂŒrworter argumentieren, dass das Protokoll von Bushs VorgĂ€nger Clinton unterzeichnet wurde, obwohl auch dieser ein entsprechendes Gesetz nie durch den Senat bekommen hĂ€tte: die Bevorteilung etwa chinesischer Industrie gegenĂŒber der US-amerikanischen sei zu stark. Im August 2001 modifizierte George W. Bush seine Haltung in der Bioethik-Debatte, indem er sich fĂŒr die – wenn auch eingeschrĂ€nkte – Förderung der embryonalen Stammzellenforschung entschied.

In den ersten Monaten seiner PrĂ€sidentschaft war Bush insgesamt relativ unauffĂ€llig, er verbrachte sehr viel Zeit auf seiner Ranch in Texas, was ihm den Ruf eines „TeilzeitprĂ€sidenten“ einhandelte.

Außenpolitik nach dem 11. September 2001

Bush mit Gerhard Schröder im MÀrz 2001

Mit den TerroranschlÀgen vom 11. September 2001 erfuhr die Politik von George W. Bush einen tief greifenden Einschnitt. Angesichts der hohen Opferzahl und der stark symbolischen Wirkung der AnschlÀge rief er einen Krieg gegen den Terrorismus aus.

Mit breiter internationaler UnterstĂŒtzung (auch der deutschen Bundesregierung und vieler muslimischer Staaten) und der Zustimmung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen fĂŒhrten die USA und Großbritannien zunĂ€chst ab dem 7. Oktober Krieg in Afghanistan, wo die fĂŒr die AnschlĂ€ge verantwortliche Terrororganisation al-Qaida ihre Basis hatte.

Ein weiteres Ziel war, das islamistische Regime der Taliban zu stĂŒrzen. Die Zahl der getöteten Zivilisten in diesem Krieg, bei dem auch sogenannte Daisy Cutter, Streubomben und Uranmunition zum Einsatz kamen, wurde von der Frankfurter Konferenz der europĂ€ischen Exil-Afghanen im Dezember 2001 auf etwa 18.000 geschĂ€tzt.

Am 15. Juni 2002 hielt PrĂ€sident Bush eine Nahostrede, die neben der Forderung nach einer neuen palĂ€stinensischen FĂŒhrung auch den Grundstein fĂŒr den spĂ€teren gemeinsamen Friedensfahrplan der USA, Russlands, der EU und der UN, der sog. Roadmap, enthielt. Dies war sein erstes Engagement in dem Konflikt, den er zuvor ignoriert hatte.

Im Juli 2002 entschied sich PrĂ€sident Bush, eine vom Kongress bewilligte Finanzhilfe in Höhe von 34 Mio. USD fĂŒr den Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) zurĂŒckzuhalten, da dieser seiner Meinung nach in der Volksrepublik China Zwangsabtreibungen und -sterilisationen finanziere.

Im August 2002 versuchte Bush, den neu errichteten Internationalen Strafgerichtshof zu schwĂ€chen. Bilaterale Abkommen mit anderen Staaten sollten Auslieferungen von US-BĂŒrgern nach Den Haag, dem Sitz des Gerichtshofs, verhindern; der American Servicemembers' Protection Act erlaubte dem PrĂ€sidenten stattdessen, die gewaltsame Befreiung von US-BĂŒrgern anzuordnen.

Einen Monat spĂ€ter wurde die neue Nationale Sicherheitsstrategie veröffentlicht. Diese enthielt einige Änderungen der Politik der USA, die sie auch als Bush-Doktrin bekannt werden ließen. Der auffallendste Punkt war hierbei das explizite Zulassen von PrĂ€ventivschlĂ€gen bei Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen.

Irakkrieg

Bush mit Verteidigungsminister Donald Rumsfeld (Mitte) und dessen Stellvertreter Paul Wolfowitz 2003, zu Beginn des Irakkriegs

Im Laufe des Jahres 2002 stellte Bush einen direkten Zusammenhang zwischen dem Krieg gegen den Terrorismus und Saddam Hussein her. Bush warf dem Irak zudem vor, er besitze Massenvernichtungswaffen – ein Vorwurf, der schon damals skeptisch aufgenommen wurde und sich spĂ€ter nicht beweisen ließ. Sein stetig wachsender Druck auf den Irak gipfelte schließlich im MĂ€rz 2003 im Irakkrieg mit der Invasion des Iraks durch britische und US-Amerikanische VerbĂ€nde. Die Truppen Iraks wurden innerhalb weniger Wochen besiegt und der Irak besetzt mit dem erklĂ€rten Ziel, dort Voraussetzungen fĂŒr eine demokratische Regierung zu schaffen.

Da wegen der starken Opposition im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen das eigentlich gewĂŒnschte ausdrĂŒckliche UNO-Mandat nicht zu bekommen war, stĂŒtzte er sich am Ende lediglich auf eine so genannte Koalition der Willigen aus Großbritannien, Spanien, Italien, Polen, Australien und etwa 30 weiteren Staaten. Die Gegner des Irakkrieges, darunter die Regierungen Frankreichs, Russlands, Deutschlands und Österreichs, sahen in einer FortfĂŒhrung der Waffeninspektionen durch die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) ein vorlĂ€ufig ausreichendes Mittel fĂŒr eine AbrĂŒstung des Irak.

Auch in der internationalen Öffentlichkeit war es zu fruchtlosen Massenprotesten gegen die Außenpolitik der USA und ihrer VerbĂŒndeten gekommen. Weltweit beteiligten sich im Februar 2003 Millionen von Menschen an Antikriegsdemonstrationen der Friedensbewegung – auch in solchen LĂ€ndern, deren Regierungen sich hinter Bush gestellt hatten. Unter anderem wurde Bush vorgeworfen, dass der bedeutendere Kriegsgrund weniger der Kampf gegen den Terrorismus sei, sondern vielmehr die wirtschaftspolitischen (Zugriff auf die irakischen Erdölquellen) und geostrategischen Interessen der USA.

WÀhrend der Krieg in Afghanistan im Allgemeinen durch das Recht auf Selbstverteidigung als gedeckt gilt, war die völkerrechtliche Legitimation des Irakkrieges von Anfang an stark umstritten.

Die Kriegsgegner sehen sich inzwischen dadurch bestĂ€tigt, dass keine Massenvernichtungswaffen gefunden werden konnten und der Terrorismus durch den Krieg nicht geschwĂ€cht wurde. TatsĂ€chlich blieb der Irak – und mit ihm auch zunehmend fast die gesamte arabische Welt – nach dem offiziellen Kriegsende („mission accomplished!“) ein Unruheherd, in dem sich AnschlĂ€ge gegen die Besatzungstruppen, gegen andere AuslĂ€nder und gegen mit ihnen zusammenarbeitende, aber auch völlig unbeteiligte irakische und arabische Zivilisten hĂ€ufen. Auch international kam es zu weiteren TerroranschlĂ€gen von al-Qaida und ihr nahestehenden Organisationen, darunter in Istanbul und am 11. MĂ€rz 2004 in Madrid.

Einen weiteren RĂŒckschlag musste Bush im FrĂŒhjahr 2004 als Folge des Wahlsiegs der PSOE (Sozialisten) bei den spanischen Parlamentswahlen hinnehmen: wenige Tage vor der Wahl waren bei einem Bombenanschlag auf Madrider VorortzĂŒge 191 Menschen ums Leben gekommen. Die amtierende Regierung Aznar versuchte zunĂ€chst, die mutmaßlich von al-Qaida-Terroristen verĂŒbten AnschlĂ€ge, wider besseres Wissen, der baskischen Separatistenorganisation ETA zuzuschreiben. Die öffentliche Empörung darĂŒber fĂŒhrte dann aber zum ĂŒberraschenden Wahlsieg des Sozialisten JosĂ© Luis RodrĂ­guez Zapatero. Wie im Wahlkampf angekĂŒndigt, ordnete der neue MinisterprĂ€sident kurz nach seiner Vereidigung den RĂŒckzug der spanischen Truppen aus dem Irak an, da er „keine Anzeichen dafĂŒr erkennen könne, dass die Truppen“, wie von ihm gefordert, „bis zum 30. Juni der UN unterstellt wĂŒrden“. Damit scherte ein bislang als zuverlĂ€ssig eingestufter Partner aus der „Koalition der Willigen“ aus.

Im Mai 2004 drangen zunehmend Informationen ĂŒber Folter- und Misshandlungspraktiken von US-amerikanischen MilitĂ€rs an irakischen Gefangenen im Bagdader Abu-Ghuraib-GefĂ€ngnis an die Öffentlichkeit. Die Folterungen wurden durch Fotos und Videos belegt. Bei den Misshandlungen hatte es auch schon mehrere Todesopfer gegeben. Bald wurden Ă€hnliche VorfĂ€lle auch in anderen von Amerikanern gefĂŒhrten MilitĂ€rgefĂ€ngnissen im Irak und in Afghanistan bekannt. Schon zuvor war die Bush-Regierung wegen der Behandlung der Gefangenen auf dem US-StĂŒtzpunkt GuantĂĄnamo Bay in Kuba in die Kritik geraten. Mit dem Bekanntwerden der VorfĂ€lle in Abu Ghuraib weitete sich die Angelegenheit schnell zu einem Skandal aus, der die moralische GlaubwĂŒrdigkeit der Bush-Regierung deutlich schwĂ€chte.

Im Dezember 2008 besuchte Bush den Irak und wurde vom Journalisten Muntazer al-Zaidi mit zwei Schuhen beworfen.

Innenpolitik nach dem 11. September 2001

Innenpolitisch konnte sich Bush zunĂ€chst auf eine breite UnterstĂŒtzung im Kampf gegen den Terrorismus verlassen: Maßnahmen wie strengere Sicherheitskontrollen und Einreisebedingungen und EinschrĂ€nkungen der bĂŒrgerlichen Rechte durch den Patriot Act I konnten zĂŒgig verabschiedet werden. George W. Bush konnte die höchsten Zustimmungswerte, die jemals in den USA gemessen wurden, verzeichnen. Erst spĂ€ter wurde Kritik hauptsĂ€chlich an den PlĂ€nen zu einem Patriot Act II laut. Unter Verweis auf die TerrorismusbekĂ€mpfung wurden diverse Institutionen wie der Zoll, die KĂŒstenwache und die Katastrophenschutzbehörde Federal Emergency Management Agency in einem neuen Heimatschutzministerium mit zusammen 180.000 Mitarbeitern zusammengefasst.

Im Namen des Heimatschutzministeriums unterzeichnete George W. Bush im Mai 2007 die National Security Presidential Directive 51 (NSPD 51), auch als Homeland Security Presidential Directive 20 (HSPD 20) bekannt, die im Falle einer nationalen Katastrophe oder Notfalls die Fortdauer der konstitutionellen Regierungsarbeit („Enduring Constitutional Government“) sicherstellen soll, indem der US-PrĂ€sident die Kooperation zwischen der Exekutive, der Legislative, und der Judikative koordiniert.[2]

Mittlerweile wurde bekannt, dass sich das FBI und die National Security Agency (NSA) in einem an den PrĂ€sidenten gerichteten Memorandum schon im August 2001 mit der Terrorbedrohung fĂŒr die USA befasst hatten; dies kam darin allerdings zu dem Schluss, dass es zwar „verdĂ€chtige AktivitĂ€ten“ gĂ€be, sich GerĂŒchte ĂŒber eine geplante FlugzeugentfĂŒhrung aber „nicht bestĂ€tigen“ ließen. Dieses bis dahin geheime Dokument wurde von der Regierung widerwillig und auf Druck der vom US-Kongress eingesetzten Untersuchungskommission im April 2004 veröffentlicht. Allerdings, so stellte sich schließlich heraus, waren die Warnungen und Hinweise des Memorandums sehr allgemein gehalten gewesen, weshalb konkrete Schutzmaßnahmen nicht möglich erschienen.

Im MĂ€rz 2002 entschied PrĂ€sident Bush, Einfuhrzölle auf Stahlprodukte zu erheben, um US-Firmen vor auslĂ€ndischer Konkurrenz zu schĂŒtzen. In der Folge verhĂ€ngte die EuropĂ€ische Union, gebilligt von der WTO, Strafzölle gegen die USA.

Im Jahre 2002 gewann die republikanische Partei die Senatswahlen und konnte, entgegen dem normalen Trend, dass die Regierungspartei in den Midterm Elections Stimmen verliert, ihre Mehrheit im Kongress ausbauen.

Eine Gesetzesinitiative des PrÀsidenten, die durch Steuererleichterungen die Konjunktur ankurbeln sollte, gewann im Mai 2003 Gesetzeskraft.

Im November 2003 gelang es PrĂ€sident Bush, eine Mehrheit fĂŒr eine umfangreiche Gesundheitsreform mit EinfĂŒhrung staatlicher ZuschĂŒsse fĂŒr Medikamente im Rahmen der Medicare-Versicherung zu gewinnen.

Im Januar 2004 kĂŒndigte PrĂ€sident Bush an, der Weltraumbehörde NASA Mittel fĂŒr eine bemannte Station auf dem Mond zur VerfĂŒgung zu stellen, die als Bahnhof und Testlabor fĂŒr spĂ€tere FlĂŒge zum Mars dienen soll.

Bushs demokratischer Herausforderer in der Wahl 2004, John Kerry, rĂ€umte unmittelbar nach der Wahl seine Niederlage ein, wobei sich diesmal Ohio als der am lĂ€ngsten zĂ€hlende und wahlentscheidende Staat erwies. Bush hatte – aufgrund der fĂŒr US-VerhĂ€ltnisse sehr großen Wahlbeteiligung – mehr Stimmen als jeder andere zuvor gewĂ€hlte US-PrĂ€sident auf sich vereinen können. Zum ersten Mal seit 1988 erhielt der Wahlsieger allerdings nicht nur die absolute Mehrheit der WahlmĂ€nnerstimmen, sondern auch die der abgegebenen WĂ€hlerstimmen. Gleichwohl gibt es Kritiker, u. a. den im Kampf um einen Parlamentssitz unterlegenen Demokraten Jeff Fisher, die behaupten, dass nur in Wahlbezirken, in denen elektronische Wahlmaschinen eingesetzt wurden, extreme Abweichungen (UnregelmĂ€ĂŸigkeiten) vorgekommen seien. (NĂ€heres im Hauptartikel zur PrĂ€sidentenwahl der USA, 2004)

Ein US-Bundesgericht in Detroit hat erstmals am 17. August 2006 das umstrittene Abhörprogramm der Regierung fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt. Die Entscheidung der Richterin in Detroit stellt Beobachtern zufolge einen großen RĂŒckschlag fĂŒr den US-PrĂ€sidenten George W. Bush in dessen Kampf gegen den Terrorismus dar. Bush hatte das Abhörprogramm nach den AnschlĂ€gen auf die USA vom 11. September 2001 unter Ausschluss der Öffentlichkeit genehmigt. Es erlaubt den Behörden, internationale TelefongesprĂ€che von US-BĂŒrgern mitzuhören und auch E-Mails abzufangen, ohne dafĂŒr eine richterliche Genehmigung beantragen zu mĂŒssen. Das geheime Programm war 2005 aufgedeckt und daraufhin heftig kritisiert worden.

Zweite Amtszeit als PrÀsident

Im Kabinett Bushs der zweiten Amtsperiode wurde etwa die HĂ€lfte der Minister ausgetauscht. Außenminister Colin Powell, der schon im November seinen RĂŒcktritt erklĂ€rt hatte, wurde durch Condoleezza Rice ersetzt.

In der Ansprache seiner zweiten Amtseinsetzung im Januar 2005 erklĂ€rte Bush, dass es nun die Politik der USA wĂ€re, Tyranneien auf der Welt zu beenden, und dass das Überleben der amerikanischen Freiheit von der Freiheit jedes anderen Landes abhinge.

Bush mit Angela Merkel bei ihrem Antrittsbesuch

Anfang 2005 setzte Bush durch, dass der vormals stellvertretende Verteidigungsminister der USA Paul Wolfowitz PrÀsident der Weltbank wurde. Am 1. August 2005 bestimmte er per Dekret den UNO-Kritiker John R. Bolton zum neuen UNO-Botschafter der USA. (Die Besetzung dieses Postens ist eigentlich zustimmungspflichtig durch den Senat; in der Sommerpause kann der PrÀsident dies unter bestimmten Voraussetzungen umgehen.) Bolton war von der demokratischen Opposition und Teilen der Republikaner abgelehnt worden.

Am 29. August 2005 traf der Hurrikan Katrina auf die SĂŒdkĂŒste der USA und löste eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA aus. Die Stadt New Orleans, die nur unzureichend auf die Naturkatastrophe vorbereitet war, wurde ĂŒberflutet. Etwa 1.800 Menschen kamen ums Leben und der Sturm richtete SachschĂ€den im Wert von 81 Milliarden Dollar an. In diesem Zusammenhang erfuhr Bush von den US-Medien und vielen Überlebenden der Katastrophe Kritik an seinem Vorgehen vor und nach der Katastrophe. Insbesondere wurde die Notfallplanung kritisiert, da es keine nationalen EvakuierungsplĂ€ne gab und Bush eine Kongressstudie fĂŒr den Schutz von StĂ€dten vor Hurrikanen der StĂ€rke 5 auf Eis gelegt hatte. Die Haushaltsmittel fĂŒr Katastrophen- und Heimatschutz wurden teilweise fĂŒr den Irakkrieg genutzt. Ebenso wurde ihm vorgeworfen, rechtzeitige Mahnungen zur VerstĂ€rkung der Deiche missachtet zu haben: Bush hatte den Chef der fĂŒr den Deichbau zustĂ€ndigen Behörde 2002 entlassen, nachdem dieser dem Kongress PlĂ€ne fĂŒr ein 188 Millionen Dollar teures Flutungsprojekt am unteren Mississippi vorgelegt hatte. In Interviews Anfang September behauptete Bush hingegen: Niemand konnte den Bruch der Deiche voraussehen.[3]

Zu Bushs bedeutenderen innenpolitischen Erfolgen in der zweiten Amtszeit gehören die Neubesetzungen zweier Sitze am mĂ€chtigen Supreme Court. Am 5. September 2005 nominierte er John G. Roberts junior zum Nachfolger als Chief Justice fĂŒr den verstorbenen William H. Rehnquist. Nach dessen BestĂ€tigung durch den Senat nominierte Bush am 3. Oktober 2005 seine Rechtsberaterin Harriet Miers als Nachfolgerin der zurĂŒckgetretenen Sandra Day O’Connor als Richterin am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, zog dies aber nach außergewöhnlich starker Kritik aus allen politischen Lagern am 27. Oktober 2005 auf Miers’ Bitte hin zurĂŒck und nominierte stattdessen Samuel Alito, der am 31. Januar 2006 mit knapper Mehrheit vom Senat bestĂ€tigt wurde.

Ebenfalls im Oktober spitzte sich die sogenannte Plame-AffĂ€re zu, bei der hochrangige Mitglieder der Bush-Regierung beschuldigt wurden, die IdentitĂ€t der CIA-Agentin und Frau des Bush-kritischen Diplomaten Joseph Wilson, Valery Plame an die Presse weitergegeben zu haben. Lewis Libby, ein Berater von US-VizeprĂ€sident Richard Cheney, wurde unter anderem wegen Meineids und Behinderung der Justiz verhaftet. Weitere Beschuldigte sind Richard Cheney und Karl Rove, einer der wichtigsten Berater Bushs. Im April 2006 wurden dessen Aufgaben als Berater verĂ€ndert und ihm die Planung des Wahlkampfes der Kongresswahlen im November ĂŒbertragen.

In der seit 2006 in den USA heftig gefĂŒhrten Debatte um das Aufenthaltsrecht illegaler hispanischer (zumeist mexikanischer) Einwanderer nimmt Bush eine eher liberale Haltung ein und befĂŒrwortet erleichterte Aufenthaltsbedingungen fĂŒr bereits im Inland befindliche Einwanderer, ĂŒberwiegend mit dem Hinweis, dass die USA traditionelles Einwanderungsland sind. Seine liberale Haltung in dieser Diskussion wird dabei von den Medien oft mit seiner Herkunft aus Texas, dem am stĂ€rksten mexikanisch geprĂ€gten Bundesstaat, in Zusammenhang gebracht. Bei neokonservativen Kreisen seiner Partei stĂ¶ĂŸt diese Haltung auf bisweilen harsche Kritik. Gleichwohl unterzeichnet George W. Bush Ende Oktober 2006 ein Gesetz zum Ausbau der Grenze zu Mexiko, was massiv von der mexikanischen Regierung kritisiert wird.[4]

George W. Bush war der erste US-PrĂ€sident seit 27 Jahren, der Österreich besuchte; der letzte US-PrĂ€sident, der dies tat, war PrĂ€sident Jimmy Carter im Jahre 1979 gewesen. Bushs Besuch am 20. und 21. Juni 2006 fĂŒhrte ihn mit dem damals amtierenden EU-RatsprĂ€sidenten und österreichischen Bundeskanzler Wolfgang SchĂŒssel und mit BundesprĂ€sident Heinz Fischer zusammen. Bei den Midterm-Elections 2006 erlitten die Republikaner unter Bush eine Niederlage und verloren sowohl die Mehrheit im ReprĂ€sentantenhaus als auch die Mehrheit im Senat. Das bestimmende Thema der Wahlen war der Irakkrieg. Nach der Wahl gab Bush den schon lĂ€nger geplanten RĂŒcktritt des Verteidigungsministers Rumsfeld bekannt und ernannte den CIA-Mann Robert Gates zu dessen Nachfolger.

Im Sommer 2007 zogen sich mehrere hochrangige Mitarbeiter der Bush-Regierung zurĂŒck. Pressesprecher Tony Snow aus persönlichen GrĂŒnden, Karl Rove und der Justizminister Alberto R. Gonzales jedoch nach einer AffĂ€re um die Entlassung zahlreicher BundesanwĂ€lte aus möglicherweise politischen GrĂŒnden. Im MĂ€rz 2008 legte Bush sein Veto gegen ein Gesetz ein, welches unter anderem die Anwendung der als Waterboarding bekannten Foltermethode durch die CIA verhindern sollte. Bush erklĂ€rte, dass die auf solche Weise erzielten Erfolge diese Art von Folter rechtfertigten. Gegen die Anwendung der Methode hatten sich zuvor auch ranghohe MilitĂ€rs der USA gewandt.[5] Am 16. April 2008 feierte der PrĂ€sident zusammen mit Papst Benedikt XVI., der im Rahmen einer apostolischen Reise die USA besuchte, dessen 81. Geburtstag zusammen mit 9.000 GĂ€sten im Weißen Haus.

Am 28. Juli 2008 stimmte er, als erster PrÀsident seit 51 Jahren, der Todesstrafe gegen einen verurteilten US-MilitÀrangehörigen zu. [6]

Irak

Ein bestimmendes Thema der zweiten Amtszeit Bushs blieb der Irak, in dem 130.000 amerikanische und 20.000 britische Soldaten stationiert sind. Eine Übergangsverfassung wurde dort verabschiedet, deren Ziel es war, einen föderalen demokratischen Staat zu bilden, in dem Kurden, Sunniten und Schiiten gemeinsam leben könnten. Anfang Januar 2005 wurde von den Irakern eine Übergangsregierung gewĂ€hlt und im Oktober ĂŒber eine neue Verfassung abgestimmt. Seit dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen kam es im Irak zu stĂ€ndigen terroristischen Angriffen und seit 2006 zu bĂŒrgerkriegsĂ€hnlichen ZustĂ€nden mit KĂ€mpfen zwischen Schiiten und Sunniten. Seit Kriegsende sind zehntausende Iraker und ĂŒber 1000 amerikanische Soldaten gewaltsam ums Leben gekommen. Bushs Politik Ă€nderte sich dadurch nicht. Die demokratische Opposition konnte sich nicht auf einen gemeinsamen Alternativvorschlag einigen, allerdings wuchs in Anbetracht der wachsenden Ausgaben fĂŒr den Krieg, der getöteten Amerikaner und der dadurch erzwungenen militĂ€rischen HandlungsunfĂ€higkeit in anderen Konflikten wie mit Iran oder Nordkorea, die Kritik.

Im MĂ€rz 2006 setzte der Kongress die Baker-Kommission, eine zehnköpfige Gruppe um den ehemaligen Außenminister James Baker, ein, die eine neue Strategie fĂŒr den Irak erarbeiten sollte. Diese legte im Dezember ihre VorschlĂ€ge vor, die einen Abzug aller Kampftruppen aus dem Irak bis 2008 enthielten. Die demokratische Opposition, die die Midterm-Elections gewonnen hatten, forderte danach eine Änderung der Strategie mit Abzug der amerikanischen Truppen. Am 11. Januar 2007 stellte Bush dann seine neue Irak-Strategie vor. Diese ließ die VorschlĂ€ge der Kommission und die Forderungen der Opposition unberĂŒcksichtigt und beinhaltete die Entsendung von 21.000 weiteren Soldaten zwecks Befriedung der Situation, mit anschließendem Abzug, sobald die irakische Regierung alleine in der Lage ist, fĂŒr StabilitĂ€t zu sorgen.

Bush und Europa

George W. Bush und Wladimir Putin in Kennebunkport, Maine, USA im Juli 2007

Das VerhĂ€ltnis der meisten europĂ€ischen Regierungen zur Regierung von Bush ist belastet. Neben der spanischen unter Zapatero und der italienischen unter Romano Prodi galt dies ebenso fĂŒr die französische Regierung unter Chirac. So haben die Wahlsieger Zapatero und Prodi die Irak-Kontingente ihrer LĂ€nder in Ablehnung des Irakkrieges unmittelbar nach ihrem jeweiligen Regierungswechsel aus dem arabischen Land abgezogen.

Auch das VerhĂ€ltnis Bushs zum ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder war aufgrund dessen ablehnender Haltung zum Irak-Engagement beeintrĂ€chtigt, dies galt jedoch nicht fĂŒr die Beziehungen der LĂ€nder untereinander insgesamt. Schröders Nachfolgerin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat sich erfolgreich um ein besseres VerhĂ€ltnis bemĂŒht. Gleichwohl steht Mitte 2006 die deutsche Bevölkerung der Person Bush und dessen Regierung mehrheitlich noch immer reserviert gegenĂŒber. Im Vergleich zu Bush genießt der vorherige PrĂ€sident Clinton heute wesentlich höhere Sympathiewerte in Europa.

Kritik und polarisierende Wirkung

Bushkritische Hausbedachung an der Wienzeile

Die Politik der US-Regierung unter George W. Bushs PrĂ€sidentschaft fĂŒhrte, sowohl in den USA wie auch in anderen LĂ€ndern, zu einer starken Polarisierung zwischen BefĂŒrwortern und Kritikern.

DarĂŒber hinaus werden Persönlichkeit und Eigenschaften der Person George W. Bush von AnhĂ€ngern und Gegnern meist sehr gegensĂ€tzlich eingeschĂ€tzt. WĂ€hrend die einen seinen Glauben an Gott und die FĂŒhrungsrolle der USA schĂ€tzen, weisen die anderen auf seine widersprĂŒchliche Biographie – mit frĂŒheren Alkoholproblemen, seiner selbstdeklarierten „Wiedergeburt“ als Christ und Anti-Alkoholiker – und sprachlichen Unsicherheiten (siehe auch Bushism) hin.

Angeblich Ă€ußerte Bush nach Angaben des britischen Guardians 2003 gegenĂŒber hochrangigen palĂ€stinensischen Politikern, dass er im Auftrag Gottes gehandelt habe, als er den so genannten Krieg gegen den Terrorismus begann. Dieses Zitat wird von Vertretern des Weißen Hauses dementiert. Nach BBC-Angaben hat der ehemalige palĂ€stinensische Außenminister Nabil Schaath diese Äußerungen zwei Jahre spĂ€ter bestĂ€tigt.

WĂ€hrend eine große Zahl der Mainstream-Medien im Zuge der Attentate vom 11. September 2001 die Regierungslinie vertraten, die auch ĂŒber das Konzept des eingebetteten Journalismus als Berichterstatter im anschließenden Irakkrieg weitgehend aufgingen, riefen die Ereignisse im Zuge der umstrittenen Wahl 2000, noch mehr aber in der Folge der VerschĂ€rfung der unilateralistischen Politik der USA in der Folge der TerroranschlĂ€ge am 11. September 2001 in den USA zahlreiche Kritiker auf den Plan. Der Dokumentarfilmer Michael Moore erlangte dabei mit seinen BĂŒchern Stupid White Men und Volle Deckung, Mr. Bush sowie mit seinem Film Fahrenheit 9/11 einen betrĂ€chtlichen Bekanntheitsgrad als Bush-Kritiker, auch außerhalb der USA.

George W. Bush ist der erste US-PrĂ€sident, dessen Handeln die Produktion und Veröffentlichung eines großen Kinofilms (Fahrenheit 9/11), den Start eines gesamten Rundfunknetzes (Air America Radio) und die Premiere einer Fernsehserie (The Al Franken Show) bewirkte, deren gemeinsames Ziel es war, seine Wiederwahl zu verhindern.

Bush ist außerdem noch der erste PrĂ€sident, der eine Nominierung (am 26. Februar 2005) und anschließend den Filmpreis Goldene Himbeere der Golden Raspberry Award Foundation als schlechtester Hauptdarsteller erhalten hat. NatĂŒrlich spielte er in Fahrenheit 9/11 rein technisch gesehen keine Rolle, sondern wurde nur in Archivaufnahmen gezeigt. Es ist anzunehmen, dass die Verleihung des Preises in diesem Fall als politische Stellungnahme der Jury zu betrachten ist.

Im Dezember 2004 wĂ€hlt das Time Magazine ihn zur Person des Jahres 2004 „for sharpening the debate until the choices bled, for reframing reality to match his design, for gambling his fortunes – and ours – on his faith in the power of leadership“.

Der Freedom of Information Act ist in den USA seit den TerroranschlĂ€gen vom 11. September 2001 stark beschnitten worden. Immer mehr Regierungsakten werden mit dem Vermerk „Geheim“ oder einfach „Nur fĂŒr den Dienstgebrauch“ versehen.

Staatsbesuche Bushs in europĂ€ischen LĂ€ndern fĂŒhren immer wieder zu Demonstrationen gegen seine Außenpolitik, insbesondere den Irakkrieg und das Internierungslager GuantĂĄnamo. So kam es Anfang Juni 2004 bei einer Europareise Bushs anlĂ€sslich des 60. Jahrestags der Invasion der Alliierten in der Normandie beim Staatsbesuch in Italien zu massiven Straßenprotesten in Rom gegen Bush. Dort wurde der PrĂ€sident auch von Papst Johannes Paul II. zu einer Audienz empfangen. Der Papst, ebenfalls ein entschiedener Gegner des Irakkrieges, kritisierte Bushs Irak-Politik mit ungewohnt deutlichen Worten und forderte ihn zu einer VerĂ€nderung seiner entsprechenden Politik auf.

Belastet sind auch die auswĂ€rtigen Beziehungen der Regierung Bush zu einigen mittel- und sĂŒdamerikanischen Regierungen, etwa der von Hugo ChĂĄvez in Venezuela.

Klimawandel

Die Regierung Bush hat die UnterdrĂŒckung missliebiger Umweltberichte vorangetrieben. Auf kritische Berichte ĂŒber den Klimawandel wurde Einfluss genommen, etwa indem Wissenschaftler zu einer Vermeidung der kritischen Passagen aufgefordert wurden. Auch Kontakte zu Medien wurden reglementiert. Beklagt hatte sich die HĂ€lfte von 300 zu diesem Thema befragten Wissenschaftlern.[7]

Verfilmung

Regisseur Oliver Stone und Drehbuchautor Stanley Weiser erarbeiteten eine Filmbiografie von PrĂ€sident Bush: „W. – Ein missverstandenes Leben“ hatte am 17. Oktober 2008 in den USA Premiere. George W. Bush wird von Josh Brolin, Laura Bush von Elizabeth Banks gespielt.

Siehe auch

Literatur

  • George W. Bush: A Charge to Keep. William Morrow & Company, 1999, ISBN 0-688-17441-8 (Autobiographie, englisch).
  • Robert von Rimscha: George W. Bush. PrĂ€sident in Krisenzeiten. Heyne, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-453-21245-2
  • James H. Hatfield: Das Bush-Imperium. Wie Georg W. Bush zum PrĂ€sidenten gemacht wurde. Atlantik, Bremen 2002, ISBN 3-926529-42-3
  • Eric Laurent: Die Kriege der Familie Bush. Die wahren HintergrĂŒnde des Irak-Konflikts. S. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-10-044850-2
  • Michael Moore: Stupid White Men. Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush. Piper, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-492-04517-0
  • Michael Moore: Volle Deckung Mr. Bush. Dude, where’s my country? Piper, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-492-04614-2
  • Jacob Weisberg (Hrsg.), Gerhard Henschel, Kathrin Passig: Voll daneben, Mr. President! Wahre Worte von George W. Bush. Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek 2003, ISBN 3-499-61619-X
  • Bob Woodward: Bush at war. Amerika im Krieg. DVA, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-421-05698-6
  • Richard A. Clarke: Against All Enemies. Der Insiderbericht ĂŒber Amerikas Krieg gegen den Terror. Hoffmann & Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-09478-3 (deutsche Ausgabe des gleichnamigen Buches des ehemaligen Regierungsberaters; Originaltitel: Against All Enemies: Inside America’s War on Terror – What Really Happened.)
  • Hans Leyendecker: Die LĂŒgen des Weißen Hauses. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-498-03920-2
  • Peter Singer: Der PrĂ€sident des Guten und Bösen. Die Ethik George W. Bushs. Harald Fischer Verlag, Erlangen 2004, ISBN 3-89131-413-2 (Originaltitel: The President of Good and Evil)
  • Craig Unger: Die Bushs und die Sauds. Öl, Macht und Terror. Piper, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-492-04630-4
  • Bob Woodward: Der Angriff. Plan of Attack. DVA, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-421-05787-7
  • Peter Scholl-Latour: Weltmacht im Treibsand. Bush gegen die Ayatollahs. Ullstein, Berlin 2005, ISBN 3-548-36782-8

Weblinks

Commons Commons: George W. Bush â€“ Bilder, Videos und Audiodateien
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Einzelnachweise

  1. ↑ Bush Chronology auf www.pbs.org, abgerufen am 23. Dezember 2008.
  2. ↑ Presseveröffentlichung des Weißen Hauses vom 9. Mai 2007: National Security and Homeland Security Presidential Directive
  3. ↑ Der Spiegel Nr. 36, 5. September 2005, die New York Times vom 4. September 2005
  4. ↑ http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6037932_REF1_NAV_BAB,00.html
  5. ↑ spiegel.de, „WATERBOARDING – Bush blockiert Anti-Folter-Gesetz“, 8. MĂ€rz 2008
  6. ↑ NZZ: Bush stimmt Todesstrafe gegen verurteilten US-Soldaten zu 29. Juli 2008
  7. ↑ Nachrichten | MDR.DE

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