Christoph Martin Wieland (* 5. September 1733 in Oberholzheim bei Laupheim; â 20. Januar 1813 in Weimar) war ein deutscher Dichter, Ăbersetzer und Herausgeber zur Zeit der AufklĂ€rung.
Wieland war â neben Gotthold Ephraim Lessing, Georg Christoph Lichtenberg und Immanuel Kant â der bedeutendste und reflexionsmĂ€chtigste Schriftsteller der AufklĂ€rung im deutschen Sprachgebiet und der Ălteste des klassischen Viergestirns von Weimar (siehe auch Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller).
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Bearbeiten Leben
Bearbeiten Kindheit und Jugend
Geboren wurde Wieland im Pfarrhaus von Oberholzheim, einem Dorf, das damals zum Gebiet der Reichsstadt Biberach gehörte (heute Gemeinde Achstetten); seine Eltern waren Thomas Adam Wieland (1704-1772), lutherischer Pfarrer, und Regina Katharina, geb. Kick (1715-1789). Nach der Versetzung des Vaters wurde er von diesem, von Privatlehrern und dann in der Biberacher Stadtschule unterrichtet. Schon mit zwölf Jahren versuchte er sich in lateinischen und deutschen Versen, mit 16 hatte er bereits fast alle römischen Klassiker gelesen; unter den damals modernen zogen ihn die Schriftsteller Voltaire, Bernard le Bovier de Fontenelle und Pierre Bayle und unter den deutschen Poeten insbesondere Barthold Heinrich Brockes an.
An dem pietistischen Internat zu Kloster Berge bei Magdeburg (1747-49) entwickelte sich der Junge zu einem groĂen Verehrer Friedrich Gottlieb Klopstocks. Bei einem Verwandten zu Erfurt - an der UniversitĂ€t Erfurt hatte er das Studium der Philosophie begonnen - lernte er den Don Quijote kennen und schĂ€tzen. Im Sommer 1750 traf er im vĂ€terlichen Haus mit seiner Cousine Sophie Gutermann (spĂ€ter Sophie von La Roche) zusammen, in die er sich rasch verliebte. Diese Verbindung löste ihn aus seiner inneren Vereinsamung; Sophie (deren Roman FrĂ€ulein von Sternheim er spĂ€ter veröffentlichte) regte ihn zu seinem ersten gröĂeren Gedicht an, das 1752 anonym veröffentlicht wurde: Die Natur der Dinge. Ein Lehrgedicht in 6 BĂŒchern.
Bearbeiten Studium, Schweiz (1750 - 1759)
Im Herbst 1750 hatte Wieland an der UniversitĂ€t TĂŒbingen ein Jurastudium begonnen, das er jedoch bald zugunsten der Literatur und eigener poetischer Produktion vernachlĂ€ssigte. Ein Heldengedicht Hermann in fĂŒnf GesĂ€ngen sandte er an Johann Jakob Bodmer - den Grand old man der ZĂŒrcher Literatur. Dies fĂŒhrte zu einem sehr persönlichen Briefwechsel. Bald gab er das ungeliebte Studium ganz auf und widmete sich seiner Fortbildung und der Literatur.
Seine ĂŒbrigen Erstlingsdichtungen kennzeichneten ihn als leidenschaftlichen Klopstockianer und strebten auf eine spezifisch christliche Dichtung hin. Im Sommer 1752 folgte er einer Einladung Bodmers nach ZĂŒrich. Der folgende Aufenthalt in der Schweiz sollte acht Jahre wĂ€hren. Auf das herzlichste empfangen, wohnte er eine Weile bei Bodmer als dessen SchĂŒler und wirkte mit an der neuen Herausgabe der 1741 erschienenen âZĂŒricherischen Streitschriftenâ (gegen Johann Christoph Gottsched gerichtet). In anregendem Verkehr mit Johann Jakob Breitinger, Hans Caspar Hirzel, Salomon Gessner, Johann Heinrich FĂŒssli, David HeĂ u. a. schrieb Wieland in ZĂŒrich um jene Zeit noch die Briefe von Verstorbenen an hinterlassene Freunde (ZĂŒrich 1753).
Die plötzliche Nachricht, dass seine Verlobte Sophie einen Ministerialbeamten - Georg Michael Franck von La Roche - geheiratet hatte, sowie ein lĂ€ngerer Aufenthalt in dem pietistisch gestimmten Haus der Familie Grebel in ZĂŒrich hielten ihn noch eine Weile bei der - seinem Naturell eigentlich entgegengesetzten - frommen Richtung. In seinen Hymnen (ZĂŒrich 1754) und den Empfindungen eines Christen (ZĂŒrich 1755) sprach er zum letzten Mal die Sprache, die er seit Kloster Berge geredet, und wandte sich besonders deutlich gegen jede erotische Poesie. Neben Nicolai (der schon damals Wielands Muse mit einer jungen Schönen verglich, welche die Betschwester spielen will und sich ehestens in eine Kokette verwandeln könne) durchschaute auch Lessing die Hohlheit der seraphischen SchwĂ€rmerei Wielands.
Bald jedoch vollzog sich in Wieland, besonders unter dem Einfluss der Schriften von Lukian, Horaz, Cervantes, Shaftesbury, d'Alembert, Voltaire, eine vollstĂ€ndige Umkehr. 1754 trennte er sich von Bodmer und machte sich selbstĂ€ndig. Gleichzeitig wandelte er sich zum klassischen Vertreter der AufklĂ€rung. Schon das Trauerspiel Lady Johanna Gray (ZĂŒrich 1758) - es war dies das erste deutsche Drama in Blankversen - konnte Lessing mit der Bemerkung begrĂŒĂen, Wieland habe "die Ă€therischen SphĂ€ren verlassen und wandle wieder unter Menschen". In demselben Jahr entstand das epische Fragment Cyrus (ZĂŒrich 1759), zu dem ihn Friedrich II. von PreuĂen angeregt hatte. Inzwischen hatte er in Bern eine Hauslehrerstelle angetreten. Dort trat der Dichter in sehr nahe Beziehungen zu der Freundin Jean-Jacques Rousseaus, Julie Bondeli. PlĂ€ne, eine Zeitschrift herauszugeben, musste er aus finanziellen GrĂŒnden bald aufgeben.
Bearbeiten Biberach, Erfurt (1760 - 1772)
1760 nach Biberach zurĂŒckgekehrt, bewarb er sich dort als Senator und Kanzleiverwalter. Er begann ein VerhĂ€ltnis mit Christine Hagel, einer Katholikin. Als diese von ihm ein Kind bekam, durften die beiden nicht heiraten; das Kind starb bald. Auf DrĂ€ngen seiner Familie heiratete er 1765 eine Augsburger Kaufmannstochter, Anna Dorothea von Hillenbrand, mit der er 13 Kinder hatte. Einer seiner Söhne, Ludwig Wieland, wirkte spĂ€ter wie sein Vater ebenfalls als politischer Publizist und gab unter anderem ab 1817 die Zeitschrift Der Patriot in Weimar heraus.
Die kleinbĂŒrgerlichen VerhĂ€ltnisse seiner Vaterstadt bedrĂŒckten Christoph Martin Wieland; doch fand er auf dem Schloss Warthausen des Grafen Stadion eine StĂ€tte weltmĂ€nnischer Bildung, persönliche Anregung und eine ausgezeichnete Bibliothek. In Warthausen traf Wieland auch seine ehemalige Verlobte, die mit ihrem Gatten bei Stadion lebte, wieder. Der Verkehr mit diesen und anderen Personen jenes hochgebildeten Kreises vollendete Wielands âBekehrung" ins Weltliche. Aus dieser Zeit stammt der bezeichnende Satz âNicht Liebe und Geist, sondern Geld und Verstand herrschen in der Welt, ja wer mit den Idealen wirklich Ernst macht, ist sicher, elend zu werdenâ.
Nun begann die Epoche seiner schriftstellerischen TĂ€tigkeit, die seinen Ruhm und seine Bedeutung fĂŒr die nationale Literatur begrĂŒndete. Um 1761 wurde der Roman Agathon begonnen, der ein groĂer Erfolg wurde. Es folgte 1764 Don Silvio von Rosalva, oder der Sieg der Natur ĂŒber die SchwĂ€rmerey. In beiden Werken lassen sich zahlreiche EinflĂŒsse von Miguel de Cervantes, Laurence Sterne und Henry Fielding nachweisen. Daneben hatte er 1762 seine Ăbersetzung des William Shakespeare (ZĂŒrich 1762-66, 8 Bde.), begonnen. Mit dieser Ăbersetzung sollte Wieland das Theaterleben in Deutschland nachhaltig beeinflussen. Mit den beiden oben genannten Romanen und den Dichtungen Musarion, oder die Philosophie der Grazien (1768) und Idris (1768), in den nĂ€chsten Jahren den ErzĂ€hlungen Nadine (1769), Combabus (1770), Die Grazien (1770) und Der neue Amadis (1771) betrat Wieland seinen neuen Weg und verkĂŒndete eine Philosophie der heiteren Sinnlichkeit, der Weltfreude, der leichten Anmut, die im vollen Gegensatz zu den Anschauungen seiner Jugend stand.
1769 war Wieland einem Ruf an die UniversitĂ€t Erfurt gefolgt. Seine LehrtĂ€tigkeit tat seiner dichterischen ProduktivitĂ€t wenig Abbruch. In Erfurt verfasste er, auĂer einigen der oben genannten Schriften, noch das Singspiel Aurora, die Dialoge des Diogenes und den Staatsroman Der goldene Spiegel, oder Die Könige von Scheschian (1772). Letzterer war es, der ihm den Weg nach Weimar bahnte.
Bearbeiten Weimar (1772-1798)
1772 berief ihn die verwitwete Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar zur Erziehung ihrer beiden Söhne nach Weimar. Wieland war sicher kein Freund des Absolutismus, jedoch reizte ihn die Möglichkeit, auf den kĂŒnftigen Herzog Einfluss nehmen zu können, und er sagte zu. Hier trat Wieland in den geistig bedeutendsten Lebenskreis des damaligen Deutschlands, der schon bei seiner Ankunft MĂ€nner wie Johann Karl August MusĂ€us, Karl Ludwig von Knebel, Friedrich Hildebrand von Einsiedel, Friedrich Justin Bertuch u.a. in sich schloss, aber bald darauf durch Johann Wolfgang Goethe und Johann Gottfried Herder erst seine Belebung erhielt. Wieland bezog unter dem Titel eines herzoglichen Hofrats ein gesichertes Gehalt (das ihm auch nach Karl Augusts Regierungsantritt als Pension verblieb).
In verlĂ€sslichen, ihn beglĂŒckenden LebensverhĂ€ltnissen entfaltete er eine frische und sich immer liebenswĂŒrdiger gestaltende poetische und allgemein literarische TĂ€tigkeit. Mit dem Singspiel Die Wahl des Herkules und dem lyrischen Drama Alceste (1773) errang er breite Anerkennung. Endlich konnte er - nach französischem Vorbild - die Idee einer eigenen literarischen Zeitschrift verwirklichen. In âDer teutsche Merkurâ, dessen Redaktion er von 1773-1789 fĂŒhrte, lieĂ er die eigenen dichterischen Arbeiten erscheinen, neben denen er auch eine ausgebreitete literaturkritische TĂ€tigkeit ĂŒbte, die sich lange Zeit hindurch auf fast alles erstreckte, was fĂŒr die literarische Welt von Bedeutung war. Seine Kritik war gelegentlich sehr spöttisch, nie aber hĂ€misch, eher nachsichtig und konstruktiv. Desungeachtet wandten sich die Dichter des âGöttinger Hainsâ heftig gegen ihn. Ihnen - namentlich auch den Homer-Ăbersetzungen von Johann Heinrich VoĂ - wie auch den FrĂŒhromantikern mit ihren Theorien stand er allerdings skeptisch gegenĂŒber.
Seine 1773 im Teutschen Merkur veröffentlichten Briefe ĂŒber Alceste gaben Goethe Anlass zu der Farce Götter, Helden und Wieland. Wieland hatte die Figur des Herkules in der Tragödie des Euripides - nicht zu Unrecht â als unpassend und grobschlĂ€chtig kritisiert. Goethe, im vollen Saft seiner Sturm- und Drang-Periode, lieĂ seinen Herkules als Kraftprotz auftreten, der den Literaten Wieland lĂ€cherlich machte. Auf diesen Angriff antwortete Wieland mit viel VerstĂ€ndnis fĂŒr die jungen Rabauken. (Schon im Titel von Goethes Text ist wahrscheinlich eine zweite Lesemöglichkeit angelegt: Götter, Helden und Wieland). Als Goethe bald darauf dem Ruf des Herzogs Karl-August nach Weimar folgte, bildete sich allerdings zwischen ihm und Wieland ein dauerndes VerhĂ€ltnis der Anerkennung, dem der ĂŒberlebende Altmeister nach Wielands Tod in seiner schönen Denkrede auf Wieland ein unvergĂ€ngliches Denkmal gesetzt hat.
Nach dem Amtsantritt des jungen Herzogs zog er sich von öffentlichen Ămtern zurĂŒck und widmete sich ganz seiner schriftstellerischen Arbeit als Kritiker, AufklĂ€rer und Ăbersetzer. Die Gesellschaftssatire Geschichte der Abderiten, das romantische Gedicht Oberon (Weimar 1781), die poetischen ErzĂ€hlungen Das WintermĂ€rchen, Geron der Adlige, Schach Lolo, Pervonte u. a., gesammelt in den Auserlesenen Gedichten (Jena 1784-87), sowie die populĂ€re MĂ€rchensammlung Dschinnistan (Winterthur 1786-1789) entstanden in Weimar und geben Zeugnis fĂŒr seine schöpferische Vielfalt. Dazu gesellten sich die Bearbeitung von Lukians sĂ€mtlichen Werken (Leipzig 1788 bis 1789) und zahlreiche kleinere Schriften.
Bearbeiten OĂmannstedt (1798-1803) und wieder Weimar (1803-1813)
Eine Gesamtausgabe der bis 1802 erschienenen Werke (von 1794 an bei Göschen in Leipzig), hatte Wieland erlaubt, das Gut OĂmannstedt bei Weimar anzukaufen. Hier wollte er sich âeine Insel des Friedens und des GlĂŒcksâ aufbauen â inmitten der sich anbahnenden napoleonischen Kriege. Er wollte sich â im Alter von 65 Jahren â sogar als Landwirt betĂ€tigen. Hier verlebte der Dichter seit 1798 im Kreise der groĂen Familie (seine Gattin hatte in 20 Jahren sieben ĂŒberlebende Kinder geboren) einige glĂŒckliche und produktive Jahre. Seine frĂŒhere Verlobte, Sophie von La Roche, besuchte ihn mit ihrer Enkelin Sophie Brentano, mit der sich eine enge Freundschaft entwickelte. Hier besuchte ihn auch Heinrich von Kleist und trug ihm den Robert Guiscard im Manuskript vor.
Der Tod seiner Gattin bereits 1800 und die finanzielle Belastung durch das Gut bewogen ihn, dieses 1803 zu verĂ€uĂern und wieder in Weimar zu wohnen. Dort gehörte er dem Kreis der Herzogin Anna Amalia bis zu deren Tod an. Die Zeitschrift Attisches Museum, die Wieland allein 1796-1801, und das Neue attische Museum, das er mit Johann Jakob Hottinger und Friedrich Jacobs 1802-10 herausgab, dienten dem Zweck, die deutsche Nation mit den Meisterwerken der griechischen Poesie, Philosophie und Redekunst vertraut zu machen. Im Attischen Museum veröffentlichte er unter anderem vier von ihm ĂŒbersetzte Komödien von Aristophanes und zwei Tragödien von Euripides. 1806 war Wieland in Weimar Gastgeber von Adam OehlenschlĂ€ger. 1808 lud ihn Kaiser Napoleon zu einer Unterredung am Rande des FĂŒrstenkongresses nach Erfurt ein. Im Alter von 76 Jahren trat er der Weimarer Freimaurerloge Anna Amalia zu den drei Rosen bei und hielt dort zahlreiche VortrĂ€ge.[1][2][3]
Wieland hatte das Schicksal hochbejahrter Menschen, den Verlust vieler Freunde und Lieben durch Tod, in hohem Grad erfahren, blieb indessen bis zu seinem Tod in seltener Weise lebensfrisch. Am 20. Januar 1813 verstarb er an den Folgen einer ErkÀltung.
Seinem Wunsch gemÀà wurde er im Schlossgarten von OĂmannstedt neben seiner Frau und Sophie Brentano begraben. Das Grab befindet sich unter einem dreiseitigem Obelisken in einer Schleife der Ilm. Die Inschrift des Grabsteines lautet: LIEBE UND FREUNDSCHAFT UMSCHLANG DIE VERWANDTEN SEELEN IM LEBEN UND IHR STERBLICHES DECKT DIESER GEMEINSAME STEIN.
Bearbeiten Zur Wirkung
Wieland war der BegrĂŒnder der Tradition des deutschen Bildungsromans und leistete auch als Ăbersetzer Bedeutendes. Nach einer pietistischen Phase der SchwĂ€rmerei entwickelte er sich zu einem der einflussreichsten Schriftsteller der AufklĂ€rung. Seine VerserzĂ€hlungen sind gekennzeichnet durch meisterhafte Stilistik. Er beherrschte die Satire ebenso wie die Literaturkritik.
Stilsicher geschmeidige Wortkunst und abgewogene denkerische Klugheit â ein Muster an reflexiver AufklĂ€rung (vgl. Modernisierung) â machten Wieland zunĂ€chst zu einem der wirksamsten deutschen Dichter, zogen ihm aber auch die anhaltende Feindseligkeit der Nachfolgegenerationen mit deren Programmen der âĂchtheitâ bzw. der GefĂŒhlskultur zu (vgl. Sturm und Drang, Romantik), denen seine Toleranz und freie Erotik missfielen. So wurde er schon im 19. Jahrhundert unter den deutschen Klassikern der am wenigsten Gelesene.
Wielands AufklÀrungskonzept wurde allerdings im Roman Wieland or The Transformation: an American Tale (Wieland oder die Verwandlung: eine amerikanische ErzÀhlung; 1798) des amerikanischen Schriftstellers Charles Brockden Brown verarbeitet. Protagonist des Romans ist Theodore Wieland, ein fiktiver Verwandter des Dichters, der im religiösen Wahn seine Familie tötet.[4]
Im deutschsprachigen Raum gewann er erst in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts durch die begeisterte Ehrenrettung Arno Schmidts eine neue Leserschaft.
Bearbeiten WĂŒrdigungen
Mehrere Institutionen sind dem Leben und Werk Wielands gewidmet. In seinem Geburtshaus in Oberholzheim ist ein kleines Gedenkzimmer eingerichtet. In seiner Vaterstadt Biberach gibt es ein Wieland-Archiv und einen Wieland-Schauraum. Wielands Gartenhaus in Biberach beherbergt die stĂ€ndige Ausstellung "GĂ€rten in Wielands Welt". Das Wielandgut in OĂmannstedt wurde am 25. Juni 2005 als Museum und ForschungsstĂ€tte der Ăffentlichkeit neu ĂŒbergeben. In Biberach und Weimar erinnern auĂerdem DenkmĂ€ler an den Dichter.
Bearbeiten Werke
- Die Natur der Dinge, Lehrgedicht, 1752.
- Lobgesang auf die Liebe, 1751.
- Hermann, Epenfragment, 1751, Erstdruck 1882.
- Zwölf moralische Briefe in Versen, Heilbronn 1752.
- Der FrĂŒhling, 1752.
- Anti-Ovid oder die Kunst zu lieben, 1752.
- ErzÀhlungen, 1752.
- Briefe von Verstorbenen an hinterlassene Freunde, 1753.
- Der geprĂŒfte Abraham, 1753.
- Erinnerungen an eine Freundin, 1754.
- Hymnen, 1754.
- Ode auf die Geburt des Erlösers, 1754.
- AnkĂŒndigung einer Dunciade fĂŒr die Deutschen, 1755.
- GesprÀch des Socrates mit Timoclea, von der scheinbaren und wahren Schönheit, 1756.
- Sympathien, 1756.
- Empfindungen eines Christen, 1757.
- Lady Johanna Gray. Ein Trauerspiel, 1758.
- Theages oder Unterredungen von Schönheit und Liebe, 1758.
- Cyrus, 1759.
- Araspes und Panthea. Eine moralische Geschichte in einer Reihe von Unterredungen, 1760.
- Clementina von Porretta. Ein Trauerspiel, 1760.
- Der Sieg der Natur ĂŒber die SchwĂ€rmerei oder die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva, Roman (Ulm 1764).
- Comische ErzÀhlungen, 1765.
- Geschichte des Agathon, Roman (1.Teil u. 2.Teil, Frankfurt und Leipzig, d.i.ZĂŒrich, 1766 und 1767) Urfassung.
- Musarion, oder die Philosophie der Grazien, Versdichtung (Leipzig 1768).
- Idris und Zenide (Leipzig 1768).
- Nadine (Leipzig 1769).
- Combabus (Leipzig 1770).
- Die Grazien (Leipzig 1770).
- Sokrates mainomenos oder die Dialoge des Diogenes von Sinope, 1770.
- BeitrÀge zur geheimen Geschichte des menschlichen Verstandes und Herzens, 1770.
- Der neue Amadis (Leipzig 1771).
- Der goldene Spiegel, oder die Könige von Scheschian, eine wahre Geschichte, Roman (Leipzig 1772).
- Alceste, deutsches Singspiel (Leipzig 1773, UrauffĂŒhrung: Weimar, 25. Mai 1773).
- Die Wahl des Herkules. Eine dramatische Cantate, 1773.
- Der verklagte Amor. Ein Gedicht, 1774.
- Stilpon oder die Wahl eines Oberzunftmeisters von Megara, 1774.
- Die Geschichte der Abderiten, Roman (Leipzig 1774-1780)
- Das Urteil des Midas. Ein komisches Singspiel, 1775.
- Geschichte des Philosophen Danischmende, 1775.
- Der Mönch und die Nonne auf dem Mittelstein. Ein Gedicht in drei GesÀngen, 1775.
- Titanomachia oder das neue Heldenbuch. Ein burleskes Gedicht, 1775.
- Ein WintermÀrchen, 1776.
- Liebe um Liebe, 1776.
- Ein Fragment ĂŒber den Charakter des Erasmus von Rotterdam, 1776.
- Geron, der Adlige. Eine ErzÀhlung aus König Artus Zeit, 1777.
- Das Sommer-MĂ€rchen oder des Maultiers Zaum, 1777.
- Gedanken ĂŒber die Ideale der Alten, 1777.
- An Olympia, 1777.
- Hann und Gulpenheh, VerserzÀhlung (Weimar 1778)
- Der Vogelsang oder die drei Lehren, 1778.
- Fragmente von BeitrÀgen zum Gebrauch derer, die sie brauchen können oder wollen, 1778.
- Schach Lolo, VerserzÀhlung (Weimar 1778)
- Pervonte oder die WĂŒnsche. Ein neapolitanisches MĂ€rchen, 1778-1796.
- Rosamund. Ein Singspiel, 1778.
- Briefe an einen jungen Dichter, 1782/84.
- Clelia und Sinibald. Eine Legende aus dem zwölften Jahrhundert, 1783/84.
- Oberon, VerserzĂ€hlung (Weimar 1780; gekĂŒrzte Fassung: Leipzig 1784).
- Dschinnistan (3 BĂ€nde, Winterthur 1786-1789).
- Das Geheimnis des Kosmopolitenordens, 1788.
- Geheime Geschichte des Philosophen Peregrinus Proteus, Roman (Vorabdruck: Weimar 1788/89; Leipzig 1791).
- GöttergesprÀche, 1790-1793.
- Die Wasserkufe oder der Einsiedler und die Seneschallin von Aquilegia, 1795.
- AgathodÀmon, Roman (Leipzig 1796-1797).
- Aristipp und einige seiner Zeitgenossen, Briefroman, (4 BÀnde, Leipzig: Göschen 1800-1802).
- Das Hexameron von Rosenhain, 1803-1805.
- Menander und Glycerion. Ein Liebesroman in Briefen, (Leipzig: Göschen 1804).
- Krates und Hipparchia, 1805.
Bearbeiten Ăbersetzungen
- Marcus Tullius Cicero: SĂ€mtliche Briefe
- Lukian von Samosata: SĂ€mtliche Werke
- William Shakespeare, ZĂŒrich 1762â66, 8 Bde. 1995 neu herausgegeben von Hans und Johanna Radspieler
- William Shakespeare, ZĂŒrich 1766, Hamlet, Prinz von DĂ€nnemark. 2006 neu herausgegeben von Herbert Fritsch und Sabrina Zwach, Verlag Theater der Zeit, "hamlet X // Interpolierte Fressen"
Bearbeiten Ausgaben
- Werke in Einzelausgaben, hg. von Jan Philipp Reemtsma, Hans und Johanna Radspieler:
- AgathodÀmon[5], Insel Verlag, Frankfurt a. M. 2008. ISBN 978-3-458-17406-6
- Peregrinus Proteus, Nördlingen 1985.
- Politische Schriften, insbesondere zur Französischen Revolution, 3 BÀnde, Nördlingen 1988.
- SÀmmtliche Werke, hg. von der "Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur", Reprint, Greno, Hamburg 1984.
Bearbeiten Siehe auch
Bearbeiten Einzelnachweise
- â Lennhoff, Posner, Binder: Internationales Freimaurer-Lexikon, 2000, S. 903
- â http://www.anna-amalia.de/persoenlichkeiten/wieland.html
- â William R. Denslow, Harry S. Truman: 10,000 Famous Freemasons from K to Z, Part Two, Seite 322.
- â Elizabeth Barnes: Loving with a Vengeance: Wieland, Familicide and the Crisis of Masculinity in the Early Nationââ. In: Milette Shamir und Jennifer Travis: ââBoys donât Cry?ââ, Columbia University Press: New York , 2002, S. 44-63, hier S. 52.
- â buechernachlese.de.vu - Rezension von Ulrich Karger zu Christoph Martin Wieland: AgathodĂ€mon, Frankfurt a. M. 2008
Bearbeiten Literatur
- Johann Gottfried Gruber: C. M. Wielands Leben. Neu bearbeitet von Johann Gottfried Gruber. Leipzig: Georg Joachim Göschen, 1827/28. PDF-Reprint in der Arno-Schmidt-Referenzbibliothek.
- Wieland, Christoph Martin. In: Meyers Konversations-Lexikon. Bd. 16. 4. Aufl. Leipzig: Bibliographisches Institut, 1885â1892, S. 597
- Karl August Hugo Burkhardt, Repertorium zu Wieland's deutschem Merkur, Weimar 1872
- Friedrich Sengle: Wieland. Stuttgart 1949
- Arno Schmidt: Wieland oder die Prosaformen, in: ders., Nachrichten von BĂŒchern und Menschen, 1971
- Peter Brugger: Graziöse GebĂ€rde, Studien zum Rokokostil Christoph Martin Wielands. Diss. MĂŒnchen 1972
- Gerhard DĂŒnnhaupt: Die Metamorphose der Zauberin ..Tasso-Rezeption bei Wieland. Arcadia 14 (1979)
- Walter Erhart: Entzweiung und SelbstaufklĂ€rung. Christoph Martin Wielands "Agathon"-Projekt, Niemeyer: TĂŒbingen 1991. ISBN 3-484-18115-X
- Klaus Manger: Klassizismus und AufklÀrung. Das Beispiel des spÀten Wieland, Frankfurt am Main 1991, ISBN 978-3-465-02510-8
- Jan Philipp Reemtsma: Das Buch vom Ich, Christoph Martin Wielands »Aristipp und einige seiner Zeitgenossen«, 1993, ISBN 3-251-20131-X
- Sven-Aage JĂžrgensen, Herbert Jaumann, John A. McCarthy (Hg.): Christoph Martin Wieland. Epoche-Werk-Wirkung, MĂŒnchen 1994.
- Klaus Schaefer: Christoph Martin Wieland, Sammlung Metzler, Stuttgart, Weimar 1996.
- Rainer Strzolka: Roman als Geschichte - Geschichte als Roman. Die Geschichte des Agathon von Christoph Martin Wieland. 2. Aufl. - Hannover: Koechert 2002
- Jan Philipp Reemtsma: Der Liebe Maskentanz. AufsÀtze zum Werk Christoph Martin Wielands, 1999, ISBN 3-251-00453-0
- Irmela Brender: Christoph Martin Wieland. 3. Aufl. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2003, ISBN 3-499-50475-8
- Carl August Böttiger: Literarische ZustÀnde und Zeitgenossen. Begegnungen und GesprÀche im Klassischen Weimar. Hg. von Klaus Gerlach und René Sternke. 3. Aufl. Aufbau Verlag, Berlin 1989 und 1. Aufl. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2005. ISBN 3-7466-1779-0
- Wolfgang Lederhaas: Wieland. Vorbemerkungen zur 'Novelle ohne Titel'. Kovac: Hamburg 2005. ISBN 3-8300-1687-5
- Michael Zaremba: Zur Geschichte des Wielandgrabes. Hg. Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde OĂmannstedt, 2007 ISBN 978-3-9811574-0-6
- Michael Zaremba: Christoph Martin Wieland - AufklÀrer und Poet. Eine Biografie. Köln: Böhlau 2007 ISBN ISBN 978-3-412-22006-8
- Andreas Seidler: Der Reiz der LektĂŒre. Wielands Don Sylvio und die Autonomisierung der Literatur, UniversitĂ€tsverlag Winter: Heidelberg 2008. ISBN 978-3-8253-5442-8
Bearbeiten Weblinks
- Literatur von und ĂŒber Christoph Martin Wieland im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Arno-Schmidt-Referenzbibliothek mit vollstÀndiger Werkausgabe als PDF-Reprint
- Werke von Christoph Martin Wieland bei Zeno.org
- Werke von Christoph Martin Wieland als Online-Texte beim Project Gutenberg
- Werke von Christoph Martin Wieland im Projekt Gutenberg-DE
- Wieland Gesellschaft e.V
- Der Teutsche Merkur (1773-89)
- Der Neue Teutsche Merkur (1790 - 1810)
- Kommentierte Linksammlung der UniversitÀtsbibliothek der Freien UniversitÀt Berlin
- Christoph Martin Wieland. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42, Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 400.
- Christoph Martin Wieland. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL).
- Wieland und die Abderiten von Biberach
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wieland, Christoph Martin |
| KURZBESCHREIBUNG | Deutscher Dichter, Ăbersetzer und Herausgeber der AufklĂ€rung |
| GEBURTSDATUM | 5. September 1733 |
| GEBURTSORT | Oberholzheim bei Biberach an der RiĂ |
| STERBEDATUM | 20. Januar 1813 |
| STERBEORT | Weimar |
